Krankenhaus St. Josef übernimmt Leistungen und Mitarbeitende des Krankenhauses Markt Werneck
Betriebsübergang stärkt spezialisierte Orthopädie und Chirurgie in Schweinfurt und sichert regionale Versorgung
Wie das Krankenhaus St. Josef in Schweinfurt mitteilt, übernimmt das Haus zum Jahreswechsel medizinische Leistungen sowie Mitarbeitende des benachbarten Krankenhauses Markt Werneck. Der Betriebsübergang erfolgt im Zuge einer strategischen Neuausrichtung unter dem externen Management der Sana Kliniken AG und markiert einen weiteren Schritt beim Ausbau spezialisierter und planbarer Leistungsangebote.
Konkret werden sämtliche stationären operativen Angebote der bisherigen Belegärzte aus der elektiven Orthopädie und Neurochirurgie künftig im Krankenhaus St. Josef erbracht. Gleichzeitig wechseln die Mitarbeitenden des Krankenhauses Markt Werneck im Rahmen eines fließenden Betriebsübergangs an den Standort Schweinfurt. Damit sollen sowohl die regionale Versorgungsqualität als auch wohnortnahe Arbeitsplätze gesichert werden.
Nach Angaben der Geschäftsführung ist der Ausbau der elektiven orthopädischen Chirurgie ein zentraler Bestandteil der Zukunftsstrategie. Zudem soll die Akutgeriatrie um eine Station für geriatrische Rehabilitation erweitert werden. Geschäftsführer Dr. Frank Wellmann spricht von einer „perfekten Konstellation“, da ein hoch spezialisiertes Fachkrankenhaus mit eingespieltem Team kurzfristig in die bestehende Struktur integriert werden könne.
Spezialisierung als Antwort auf Krankenhausreform
Hintergrund der Entwicklung ist die bundesweite Krankenhausreform. Das ausschließlich belegärztlich geführte Krankenhaus Markt Werneck wird die künftigen Betriebsvoraussetzungen ab 2027 nicht mehr erfüllen können. Vor diesem Hintergrund suchte der Träger frühzeitig nach einer tragfähigen Anschlusslösung. Der Leiter des Krankenhauses Markt Werneck, Wolfhard Walde, betont, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit der Sana Kliniken AG Vertrauen geschaffen habe, die hoch spezialisierte Versorgung langfristig zu sichern.
Auch kommunalpolitisch wird der Schritt als tragfähiger Kompromiss bewertet. Markt Wernecks Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender Sebastian Hauck verweist darauf, dass den Mitarbeitenden ein Wechselangebot unterbreitet wurde und der Gesundheitsstandort St. Josef mit seiner hybriden Struktur aus stationären und ambulanten Angeboten gut auf zukünftige gesetzliche Anforderungen vorbereitet sei.
Erweiterung des medizinischen Angebots
Künftig werden rund 1.600 operative Eingriffe pro Jahr – darunter Endoprothesen an Hüfte, Knie und Schulter sowie neurochirurgische Wirbelsäulenoperationen – am Standort Schweinfurt durchgeführt. In die Versorgung eingebunden bleiben die bisherigen orthopädischen und neurochirurgischen Belegärzte aus Markt Werneck und Würzburg. Die Teams arbeiten weiterhin in bewährten Konstellationen, unterstützt durch eine eigene chirurgische Station sowie zwei OP-Säle.
Nach Angaben des Krankenhauses profitieren Patientinnen und Patienten insbesondere davon, dass die Eingriffe künftig in einem Akutkrankenhaus mit Notaufnahme, Unfallchirurgie und Intensivstation stattfinden. Dies soll die postoperative Versorgungsqualität weiter verbessern.
Personelle Stabilisierung nach Managementwechsel
Das Krankenhaus St. Josef befindet sich seit Frühjahr 2025 unter strategischer Führung der Sana Kliniken AG. Zuvor hatte eine öffentliche Schließungsdiskussion zu erheblichen Personalabgängen geführt. Mit dem nun vollzogenen Betriebsübergang gewinnt das Haus innerhalb kurzer Zeit eine hohe Zahl erfahrener Mitarbeitender und Belegärzte hinzu. Trägerin des Krankenhauses ist weiterhin die Kongregation der Schwestern des Erlösers mit Sitz in Würzburg.
Die letzten Onboarding-Maßnahmen sollen noch vor Jahresende abgeschlossen werden. Damit sieht sich das Krankenhaus personell und strukturell gestärkt für das kommende Jahr und die anstehenden Reformanforderungen.




