Bayern beschließt 13 neue Krankenhausbauprojekte

Fast 600 Millionen Euro für Klinikneubauten und Modernisierung

Bayern verstärkt seine Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur. Der Ministerrat hat 13 neue Krankenhausbauvorhaben für die Jahreskrankenhausbauprogramme 2027 bis 2031 beschlossen. Dafür sollen förderfähige Investitionen von insgesamt fast 600 Millionen Euro angestoßen werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung bestehender Kliniken und der Stärkung der Versorgung im ländlichen Raum.

Der Bayerische Staatsregierung zufolge hat der Ministerrat am 21. Juli 2026 den Weg für 13 zusätzliche Krankenhausbauprojekte freigemacht. Die Vorhaben umfassen unter anderem Ersatzneubauten, Erweiterungen, Sanierungen und strukturelle Anpassungen in verschiedenen Regionen Bayerns. Die Projekte sollen zwischen 2027 und 2031 in die jeweiligen Jahreskrankenhausbauprogramme aufgenommen werden.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt für eine zukunftsfähige Krankenhausversorgung. Gebäude und Ausstattung müssten kontinuierlich modernisiert und an die Anforderungen einer hochwertigen medizinischen Versorgung angepasst werden. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verwies zugleich auf die Bedeutung der Krankenhausinvestitionen für die regionale Wirtschaft und die beteiligten Bau- und Handwerksunternehmen.

Mit den neu beschlossenen Projekten steigt das Gesamtvolumen der aktuell eingeplanten Investitionsfördermittel für bayerische Krankenhausbauvorhaben auf rund 6,2 Milliarden Euro. Für das Haushaltsjahr 2026 stehen nach Angaben der Staatsregierung insgesamt 900 Millionen Euro für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung. Das sind 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Ein besonderer Fokus liegt auf den Kliniken außerhalb der Ballungsräume. Nach Angaben des Freistaats sind rund 3,8 Milliarden Euro beziehungsweise mehr als 60 Prozent der im Krankenhausbauprogramm vorgesehenen Fördermittel für Projekte an Standorten außerhalb der Ballungszentren eingeplant. Damit soll insbesondere die stationäre Versorgung im ländlichen Raum langfristig gestärkt werden.

Zu den größten neuen Vorhaben gehört die Integration des Standorts St. Theresien in das Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg. Für den ersten Bauabschnitt sind förderfähige Kosten von rund 225,29 Millionen Euro vorgesehen. Das Projekt zur Konzentration zweier Krankenhausstandorte soll als erstes bayerisches Vorhaben zur Finanzierung über den Krankenhaustransformationsfonds angemeldet werden. Bis zu 70 Prozent des veranschlagten Kostenvolumens könnten damit über Bundesmittel finanziert werden.

Weitere umfangreiche Investitionen sind unter anderem für das Klinikum Kempten mit rund 94,12 Millionen Euro, das Klinikum Neumarkt mit 90 Millionen Euro und die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz mit rund 55,25 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind dort unter anderem Ersatzneubauten, Erweiterungen von OP- und Intensivbereichen sowie strukturelle Verbesserungen in der Patientenaufnahme und Funktionsdiagnostik.

Auch kleinere Projekte werden berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise die Ertüchtigung eines Dachlandeplatzes am Klinikum Traunstein, der Neubau einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neustadt an der Aisch sowie neue Berufsfachschulen für Pflege in Memmingen und am Bezirksklinikum Mainkofen.

Mit dem Beschluss setzt Bayern seine langfristige Investitionsstrategie für die Krankenhauslandschaft fort. Die geplanten Maßnahmen sollen nicht nur die bauliche Substanz und die Arbeitsbedingungen in den Kliniken verbessern, sondern auch die Voraussetzungen für eine leistungsfähige und bedarfsgerechte medizinische Versorgung in den kommenden Jahren schaffen.

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