Klinikum Karlsruhe setzt auf digitale Patientenversorgung
Papierlose Abläufe und strukturierte Daten verbessern Patientenerlebnis und Klinikprozesse
Das Städtische Klinikum Karlsruhe treibt die Digitalisierung seiner Patientenversorgung konsequent voran. Rund um den Klinikaufenthalt wurden Prozesse angepasst, sodass Daten schnell, sicher und strukturiert in das elektronische Krankenhaussystem fließen. Dies entlastet sowohl Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitende.
„Unser Motto ist: ‚Schluss mit dem Papierkram, alles läuft jetzt digital‘“, betont Projektleiterin Natalie Bensch. „So werden unsere Prozesse schneller, einfacher und sicherer!“ Die Auswahl der eingesetzten Softwarelösungen orientierte sich besonders an Datenschutz und IT-Sicherheit, um die sensiblen Gesundheitsdaten bestmöglich zu schützen.
Zu Beginn des Krankenhausaufenthalts klären Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten über geplante medizinische Maßnahmen auf. Bisher war dies mit umfangreichen Papierunterlagen verbunden. Mit der digitalen Aufklärung können Patientinnen und Patienten bereits vor dem Gespräch auf einem Tablet Informationen einsehen und Fragen zu Vorerkrankungen und Medikamenten beantworten. Die Antworten liegen strukturiert und elektronisch vor, sodass das Aufklärungsgespräch individuell angepasst werden kann. „Durch die digitale Patientenaufklärung sind alle Informationen immer verfügbar und Änderungen sofort einsehbar“, erklärt Bensch.
Die Dokumentation der Anästhesie bei Operationen ist nun ebenfalls vollständig digitalisiert – von der Prämedikation bis zum Narkoseprotokoll im Aufwachraum. Prof. Dr. Franz Kehl, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, betont: „Mit der direkten Anbindung sorgen wir für einen nahtlosen Informationsfluss und optimierten unsere Abläufe.“
Auch die Schmerzvisite erfolgt papierlos: Das Ärzte- und Pflegeteam erfasst Schmerzen mobil über Tablets, gibt Medikation direkt ein und speichert alle Daten in einer zentralen Datenbank, die allen Stationen zugänglich ist. „Ist die Therapie abgeschlossen, wird ein Abschlussbericht an die Patientenakte gehängt“, ergänzt Bensch.
Die Umsetzung der digitalen Strategie ist aufwändig und wird durch Fördermittel aus dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) unterstützt. Für das Klinikum Karlsruhe wurden 2024 Fördermittel in Höhe von 16,3 Mio. Euro bewilligt. Diese fließen in digitale Infrastruktur, IT- und Cybersicherheit, Telemedizin sowie weitere Projekte wie die Elektronische Patientenakte (EPA) und ein App-basiertes Patientenportal. Ziel ist eine weitgehend papierlose, sichere Interaktion zwischen Patientinnen und Patienten, zuweisenden Praxen, Kliniken und Mitarbeitenden.






