„Mein-Krankenhaus.digital“: Meilenstein für die digitale Patientensteuerung in Bayern

Klinikum Aschaffenburg-Alzenau feiert Startschuss für genossenschaftliches Großprojekt „Mein-Krankenhaus.digital“

Mit dem offiziellen Start des Patientenportals am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau hat Bayern am 20. April 2026 eine neue Ära der digitalen Vernetzung eingeläutet. Unter dem Dreiklang „Ambulant. Stationär. Digital“ rollt die eigens gegründete Klinik-IT-Genossenschaft (KIG) eine Plattform aus, die künftig 75 Träger an über 140 Standorten verbindet. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach würdigte das Vorhaben als das größte genossenschaftliche Digitalprojekt im deutschen Krankenhaussektor, das Insellösungen überwindet und Patienten einen direkten Zugriff auf ihre Behandlungsprozesse ermöglicht.

Die Digitalisierung der bayerischen Krankenhauslandschaft erreicht eine neue Qualitätsstufe. Das Portal „Mein-Krankenhaus.digital“ (MKD) fungiert künftig als zentrale Schnittstelle zwischen Patienten und Kliniken. Nutzer können Termine online buchen, medizinische Unterlagen wie Arztbriefe und Befunde einsehen sowie Aufnahmeformulare bereits von zu Hause aus digital ausfüllen. Sebastian Lehotzki, Geschäftsführer des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau und KIG-Aufsichtsratsvorsitzender, betonte, dass dieses Angebot den Erwartungen der Bürger entspreche, die digitale Services aus anderen Lebensbereichen längst gewohnt seien. Neben der reinen Patientenkommunikation steht die Entlastung des Klinikpersonals durch reduzierte Telefonate und administrative Vereinfachungen im Fokus.

Das Projekt zeichnet sich durch seine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte aus. Statt eine fertige Software eines IT-Konzerns einzukaufen, schlossen sich die Krankenhäuser genossenschaftlich zusammen. Dieser Weg verhinderte die bundesweit oft kritisierten „Insellösungen“, bei denen jedes Haus ein eigenes, nicht kompatibles System betreibt. Ministerin Judith Gerlach hob hervor, dass die Kooperation die Wirkung der Fördermittel aus dem Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) multipliziert habe. Von den insgesamt 590 Millionen Euro für die Digitalisierung bayerischer Plankrankenhäuser übernahm der Freistaat Bayern mit 180 Millionen Euro die vollständige Ko-Finanzierung, um diese flächendeckende Vernetzung zu ermöglichen.

Das Portal versteht sich laut Gerlach nicht als abgeschlossenes Produkt, sondern als Einstieg in eine umfassend vernetzte Versorgung. Es bildet die technologische Basis für die künftige Einbindung der elektronischen Patientenakte (ePA) und soll die oft problematische Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor glätten. Durch den sicheren Datenaustausch mit Nachversorgern wird eine lückenlose Behandlungskette unterstützt. Mit dem Rollout in Aschaffenburg, einem der größten Häuser im Freistaat, ist der Weg für die Anbindung der weiteren 126 bayerischen Standorte geebnet, womit Bayern eine Vorreiterrolle in der kommunalen Klinik-IT einnimmt.

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