Klinikneubau in Ehingen beschlossen – Investition in die Zukunft der Gesundheitsversorgung

Alb-Donau-Kreis investiert über 370 Millionen Euro in zukunftsfähige Gesundheitsversorgung – Integriertes Notfallzentrum und moderne Infrastruktur bis 2032 geplant

Der Kreistag des Alb-Donau-Kreises hat am 19. Mai 2025 einstimmig den Weg für den Klinikneubau in Ehingen freigemacht. Mit einem Investitionsvolumen von rund 370 Millionen Euro entsteht am bestehenden Standort ein zukunftsorientiertes Gesundheitszentrum, das sowohl den Anforderungen der anstehenden Krankenhausreform als auch den Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gerecht werden soll.

Landrat Heiner Scheffold bezeichnete die Entscheidung als „wegweisend“ und betonte die Bedeutung des Projekts für die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung im Landkreis. Geschäftsführer Markus Mord hob hervor, dass mit dem Neubau nicht nur medizinische Strukturen modernisiert, sondern auch attraktive Arbeitsbedingungen für Fachkräfte geschaffen werden sollen.

Strukturelle und medizinische Gründe für den Neubau

Die baulichen Gegebenheiten der bestehenden Klinik in Ehingen gelten als veraltet und energetisch ineffizient. Räumliche Engpässe, weit auseinanderliegende Funktionsbereiche und ein nicht sanierungsfähiger Altbestand führten zur Entscheidung für einen kompletten Neubau. Dieser wird in zwei Phasen realisiert: Zunächst entsteht bis 2029 ein Versorgungszentrum mit Parkhaus, anschließend erfolgt bis 2032 der Bau der neuen Klinik mit modernster Ausstattung und insgesamt rund 260 Betten.

Integriertes Notfallzentrum und leistungsfähige Versorgungsstrukturen

Der neue Klinikstandort wird mit einem Integrierten Notfallzentrum (INZ) der Stufe 2 ausgestattet – ein zentrales Element der Krankenhausreform. Damit erfüllt Ehingen als einziger Standort im Landkreis kurzfristig die baulichen und strukturellen Voraussetzungen für eine erweiterte Notfallversorgung. In Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung soll eine zentrale Anlaufstelle für Patienten geschaffen werden, die eine effektive Patientensteuerung ermöglicht.

Regionale Vernetzung und medizinischer Campus

Der Standort Ehingen punktet mit seiner unmittelbaren Nähe zu weiteren Gesundheitseinrichtungen wie der Rettungswache, einem MVZ, Pflegeheimen, einer Psychiatrie, Dialysezentrum, Radiologie sowie einer Vielzahl niedergelassener Fachärztinnen und Fachärzte. Diese vorhandenen Strukturen werden in das neue Konzept integriert, was Synergien schafft, Investitionskosten senkt und neue Perspektiven für eine sektorenübergreifende Versorgung eröffnet.

Standortentwicklung in Blaubeuren und Langenau

Der Neubau in Ehingen ist zentraler Baustein einer umfassenden Neuausrichtung des Alb-Donau Klinikums. In Blaubeuren wird die medizinische Grund- und Notfallversorgung gesichert und ausgebaut, einschließlich einer Notfallstufe 1. Der Standort Langenau hingegen wird künftig kein klassisches Krankenhaus mehr beherbergen, sondern soll sich zu einem sektorenübergreifenden Versorgungszentrum mit ambulanten und pflegerischen Angeboten weiterentwickeln.

Finanzierung und Unterstützung durch das Land

Das Land Baden-Württemberg wird voraussichtlich rund 222,7 Millionen Euro zur Finanzierung des Neubaus beisteuern. Der verbleibende Anteil wird vom Alb-Donau-Kreis und der Alb-Donau Klinikum GmbH getragen. Sozialminister Manne Lucha würdigte das Projekt als richtungsweisend und sicherte die Unterstützung des Landes für den Transformationsprozess zu.

Transparente Kommunikation und digitale Begleitung

Der Alb-Donau-Kreis informiert die Öffentlichkeit fortlaufend über den Planungsstand und den Transformationsprozess auf einer eigens eingerichteten Webseite: www.zukunft-alb-donau-klinikum.de