GK-Mittelrhein: Gesellschafterversammlung bekennt sich zum Standort Boppard – Finanzierung weiter offen

Zukunftskonzept für das Heilig Geist Krankenhaus steht, Entscheidung der Partner bis 10. November erwartet

KOBLENZ/BOPPARD – Die Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GK-Mittelrhein) hat sich klar zur Zukunft des Heilig Geist Krankenhauses Boppard bekannt und die Umsetzung des erarbeiteten Zukunftskonzepts beschlossen – allerdings unter Vorbehalt. Voraussetzung ist eine verbindliche finanzielle Zusage der beteiligten Partner – dem Rhein-Hunsrück-Kreis, der Stadt Boppard und der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist. Diese sollen bis spätestens 10. November 2025 über ihre Beteiligung am Ausgleich der Jahresfehlbeträge für 2026 und 2027 entscheiden.

Oberbürgermeister David Langner betonte: „Der heutige Beschluss der Gesellschafter ist ein klares Signal zugunsten des Klinikstandorts Boppard. Jetzt braucht es die endgültige Unterstützung aller Partner, damit wir dieses tragfähige Konzept realisieren und die Versorgung am Standort sichern können.“

Auch Landrat Marko Boos hob das Engagement der Beteiligten hervor: „Wir haben uns in den vergangenen Monaten mit großem Engagement für den Erhalt des Krankenhauses eingesetzt. Mit der verbindlichen Umsetzung des Zukunftskonzepts können wir gemeinsam die erfolgreiche Weiterentwicklung zum Wohl der gesamten Region auf den Weg bringen.“

Christian Straub, Geschäftsführer des GK-Mittelrhein, ergänzte: „Die Hausaufgaben am Standort Boppard sind gemacht. Unser Team setzt viele Zukunftsprojekte bereits praktisch um – jetzt fehlt nur noch das finanzielle Commitment, um die Maßnahmen dauerhaft abzusichern.“

Das Zukunftskonzept sieht neben der Erweiterung der Geriatrie und dem Aufbau spezialisierter Zentren auch wirtschaftliche Optimierungen vor. Ziel sei es, den Standort medizinisch zu stärken und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

Doch während das Klinikum den Beschluss als Fortschritt wertet, sehen Beobachter offene Fragen: Laut Rhein-Zeitung (1) sei das Vorgehen des GKM „ein Verwirrspiel“ – man bekenne sich zwar zur Zukunft des Hauses, wolle aber, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis die Defizite übernehme, was dieser bereits abgelehnt habe. Damit bleibt unklar, ob die Finanzierung tatsächlich gesichert werden kann.

Die Gesellschafterversammlung appellierte abschließend an die Partner, die „einmalige Chance“ zur Sicherung der Versorgung in der Region nicht verstreichen zu lassen.