Elbe-Elster-Klinikum soll wirtschaftlich stabilisiert werden
Landrat und Interimsgeschäftsführer schließen Privatisierung aus
Die wirtschaftliche Stabilisierung des Elbe-Elster-Klinikums steht im Mittelpunkt der nächsten Monate. Landrat Marcel Schmidt und Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß haben bei Mitarbeiterversammlungen an den drei Standorten Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde über die angespannte wirtschaftliche Lage, die Zukunft der Klinikstruktur und die weitere Geschäftsführung informiert.
Bei den Gesprächen am 11., 12. und 13. August ging es vor allem um die Folgen des Wechsels an der Spitze des kommunalen Klinikums. Nach Angaben des Landkreises war das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen dem bisherigen Geschäftsführer und dem Gesellschafter nicht mehr gegeben. Mirko Papenfuß übernimmt die Geschäftsführung zunächst interimistisch. Parallel soll die Position regulär ausgeschrieben und anschließend in einem transparenten Verfahren dauerhaft besetzt werden.
Für den Interimsgeschäftsführer steht zunächst die Sicherung des laufenden Betriebs im Vordergrund. Gleichzeitig sollen Strukturen, Abläufe und die wirtschaftliche Situation des Klinikums analysiert werden. Dabei kündigte Papenfuß Veränderungen dort an, wo organisatorischer oder wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht.
Hohe Honorarkosten im Fokus
Ein wesentlicher Ansatzpunkt sind die derzeit hohen Ausgaben für Honorarkräfte. Diese sollen überprüft und mögliche Einsparpotenziale identifiziert werden. Ziel ist nach Darstellung der Klinikleitung jedoch nicht ein kurzfristiger umfassender Eingriff, sondern eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.
Die Ausgangslage ist angespannt. Bereits bei einem vorausgegangenen Gespräch des Landrates mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen hatten externe Berater von Forvis Mazars darauf hingewiesen, dass die aktuelle Ertragslage die Vermögensrücklage des Klinikums weiter aufzehrt, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Gleichzeitig wurde gegenüber den Beschäftigten klargestellt, dass derzeit kein Personalabbau und keine Entlassungsplanung vorgesehen sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden für die Versorgung an den drei Standorten und die weitere Entwicklung des Klinikums benötigt.
Damit setzt die Geschäftsführung auf eine Kombination aus Kostenkontrolle, Prozessoptimierung und struktureller Weiterentwicklung. Gerade die Reduzierung der Abhängigkeit von Honorarpersonal könnte dabei zu einem wichtigen wirtschaftlichen Hebel werden.
Zentraler Klinikneubau bleibt eine Option
Parallel zur kurzfristigen Stabilisierung laufen die Überlegungen zur künftigen Krankenhausstruktur weiter. Grundlage ist ein Beschluss des Kreistages vom 7. April 2025. Dieser sieht die weitere Planung eines zentralen Klinikneubaus vor. Gleichzeitig sollen die bestehenden Standorte perspektivisch zu Gesundheitszentren weiterentwickelt werden.
Für den Fall, dass ein zentraler Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden kann, enthält der Beschluss zudem eine alternative Strukturvariante. Nach ersten Gesprächen mit dem zuständigen Ministerium sieht Landrat Schmidt grundsätzlich Möglichkeiten, notwendige Investitionen in die künftige Gesundheitsinfrastruktur förderfähig zu gestalten. Konkrete Entscheidungen stehen jedoch noch aus.
Die Krankenhausreform verändert dabei die Rahmenbedingungen für die weitere Planung. Das künftige medizinische Leistungsspektrum soll deshalb unter den neuen Vorgaben weiterentwickelt werden. Gleichzeitig sollen ambulante und stationäre Versorgung stärker miteinander verbunden werden.
Privatisierung von Sana ausgeschlossen
Für die Beschäftigten besonders relevant war die Frage nach einer möglichen Veränderung der Eigentümerstruktur. Hintergrund ist die berufliche Verbindung des Interimsgeschäftsführers Mirko Papenfuß zur Sana Kliniken AG.
Landrat und Interimsgeschäftsführer stellten ausdrücklich klar, dass weder eine Privatisierung des Elbe-Elster-Klinikums noch ein Verkauf an Sana geplant sei. Ziel bleibe vielmehr die Zukunftssicherung des kommunalen Klinikums und damit der medizinischen Versorgung im Landkreis.




