Unimed-Cyberangriff: 700 Patienten der Oberschwabenklinik betroffen

Datenabfluss bei ehemaligem Abrechnungsdienstleister – Klinik-IT und Patientenakten nicht betroffen

Rund 700 Patientinnen und Patienten der Oberschwabenklinik sind von einem Datenabfluss bei dem früheren externen Abrechnungsdienstleister Unimed betroffen. Nach einem Cyberangriff im April 2026 wurden dort personenbezogene Daten entwendet; die IT-Systeme und Patientenakten der Oberschwabenklinik waren nach Angaben des Krankenhauses zu keinem Zeitpunkt betroffen.

Unimed hatte für zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland die privatärztliche und wahlärztliche Abrechnung übernommen. Die Oberschwabenklinik beendete die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister bereits Ende 2025. Bei dem Cyberangriff wurden nach Angaben von Unimed jedoch Daten aus früheren Jahren entwendet.

Betroffen sind nach aktuellem Kenntnisstand rund 700 Patientinnen und Patienten der Oberschwabenklinik. Dazu gehören Privatversicherte, Patienten mit Wahlleistungen sowie Selbstzahler, deren Abrechnung während der früheren Zusammenarbeit über Unimed erfolgte. Gesetzlich Versicherte ohne entsprechende Wahlleistungen sind grundsätzlich nicht betroffen.

Die Oberschwabenklinik selbst war nach eigenen Angaben nicht Ziel des Angriffs. Es habe keinen unbefugten Zugriff auf die IT-Systeme, Netzwerke oder Patientenakten gegeben. Auch die Patientenversorgung sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen.

Welche Informationen entwendet wurden, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Möglich sind unter anderem Namen, Anschriften, Geburtsdaten und Kontaktdaten sowie Abrechnungs- und Zahlungsinformationen oder Korrespondenz im Zusammenhang mit der Abrechnung. In einzelnen Fällen können nach Angaben der Oberschwabenklinik auch Gesundheitsdaten, beispielsweise Angaben zu Diagnosen oder Behandlungen, betroffen sein. Kontodaten seien dagegen nicht abgeflossen.

Die Klinik hat die nach aktuellem Kenntnisstand betroffenen Personen individuell und schriftlich informiert. Wer kein entsprechendes Schreiben erhalten hat, gilt nach dem derzeitigen Kenntnisstand als nicht von dem Datenabfluss betroffen.

Die Oberschwabenklinik weist darauf hin, dass entwendete personenbezogene Daten grundsätzlich für betrügerische Kontaktaufnahmen, Phishing oder andere Missbrauchsversuche genutzt werden könnten. Bislang gebe es jedoch keine Hinweise darauf, dass die bei Unimed entwendeten Daten veröffentlicht oder missbräuchlich verwendet wurden.

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