Krisensimulation zeigt Schwachstellen bei IT-Ausfällen in Kliniken

Fraunhofer SIT untersucht Alarmierung, Krisenkommunikation und Versorgung bei Cyberangriffen

Cyberangriffe auf Krankenhäuser können innerhalb kurzer Zeit den gesamten Klinikbetrieb beeinträchtigen. Wie belastbar die Abläufe bei einem IT-Ausfall tatsächlich sind, untersucht Nico Brüggemann vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) mit einer praxisnahen Krisensimulation.

Wie Marie-Claire Koch in einem Beitrag auf heise online berichtet, stehen dabei neben der technischen Angriffserkennung insbesondere Alarmierung, Krisenkommunikation und die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung im Mittelpunkt. Die Simulation soll nicht allein zeigen, ob IT-Fachleute einen Cyberangriff erkennen können. Vielmehr wird untersucht, ob ein Krankenhaus unter den Bedingungen eines tatsächlichen IT-Ausfalls handlungsfähig bleibt. Dafür werden möglichst die realen Verantwortlichen des jeweiligen Hauses einbezogen: IT-Administration, Geschäftsführung, Vorstand und Krisenstab.

Zu Beginn erhalten die IT-Verantwortlichen Hinweise auf einen laufenden Angriff, sogenannte Indicators of Compromise. Sie müssen die Situation analysieren und entscheiden, wann eine Eskalation erforderlich ist. Anschließend wird der Krisenstab einbezogen. Von diesem Zeitpunkt an geht es nicht mehr nur um technische Fragen, sondern um Entscheidungen, Kommunikation und die Organisation des Klinikbetriebs.

Die Szenarien greifen konkrete Ausfälle auf. So kann beispielsweise das PACS oder ein DICOM-System nicht mehr zur Verfügung stehen. Gleichzeitig treffen Anfragen von Medien, Ärzten oder anderen internen Bereichen ein. Auch alltägliche Abläufe werden zum Bestandteil der Übung: Wie werden Patienten versorgt, wenn digitale Informationen nicht mehr abrufbar sind? Wie werden Allergien oder Diätvorgaben berücksichtigt? Und wie funktioniert die Organisation von Essen und anderen Versorgungsleistungen?

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