Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern holen bei Digitalisierung auf
TK warnt jedoch vor Insellösungen – Patient:innenpartizipation bleibt Schwachstelle
Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern machen spürbare Fortschritte bei der Digitalisierung. Das zeigt die aktuelle Erhebung des Konsortiums „DigitalRadar Krankenhaus“ im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach erreichten die Kliniken im Land im digitalen Reifegrad 42 von 100 möglichen Punkten – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 34 Punkten aus dem Jahr 2021. Dennoch bleibt Mecklenburg-Vorpommern knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 43 Punkten.
„Das Ergebnis zeigt, dass die Krankenhäuser in unserem Land auf einem guten, aber noch langen Weg zur umfassenden Digitalisierung sind – eine Entwicklung, die weiterhin aktiv begleitet und gefördert werden muss“, sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.
Die Auswertung verdeutlicht: Vor allem im Bereich der Patientenpartizipation gibt es Nachholbedarf. Hier geht es insbesondere um digitale Möglichkeiten, die Patientinnen und Patienten stärker in ihre Behandlung einzubeziehen – etwa über Patientenportale.
Eine Schlüsselrolle spielt die elektronische Patientenakte (ePA), die ab Oktober verpflichtend eingeführt wird. Damit diese tatsächlich Nutzen stiftet, muss sichergestellt werden, dass sie im Klinikalltag ankommt. Zentral sei, dass unterschiedliche Systeme interoperabel kommunizieren können – sowohl innerhalb einer Klinik als auch zwischen Krankenhäusern und anderen Leistungserbringenden.
„Damit ein flächendeckendes, digital vernetztes Gesundheitswesen entstehen kann, müssen Patientinnen und Patienten ihre Gesundheitsdaten aus sämtlichen medizinischen Einrichtungen in einer ePA speichern können“, betont Austenat-Wied.
Und weiter: „Fördermittel für Digitalisierungsmaßnahmen sollten künftig gezielt eingesetzt werden, um vernetzte, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.“
Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt daher ausdrücklich davor, dass Krankenhäuser Insellösungen entwickeln, die langfristig die Interoperabilität erschweren könnten.




