Sachsens Krankenhäuser erreichen höchsten Digitalisierungsgrad

DigitalRadar 2026: Sachsen liegt mit 60,3 Punkten vor Berlin und dem Bundesdurchschnitt

Die Krankenhäuser in Sachsen weisen im bundesweiten Vergleich den höchsten digitalen Reifegrad auf. Das zeigt die dritte Erhebung des vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Konsortiums „DigitalRadar Krankenhaus“. Mit durchschnittlich 60,3 von 100 Punkten liegt Sachsen vor Berlin mit 59,4 Punkten und deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 55 Punkten, wie die Techniker Krankenkasse berichtet.

Bundesweit hat sich der DigitalRadar-Score seit Beginn des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) im Jahr 2020 deutlich verbessert. Lag der durchschnittliche Wert bei der ersten Erhebung 2021 noch bei 33,3 Punkten, erreicht er inzwischen 55 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg von rund 65 Prozent.

In Sachsen fällt die Entwicklung noch dynamischer aus. Die Kliniken des Freistaats konnten ihren digitalen Reifegrad nach Angaben der TK seit der ersten Erhebung relativ um rund 73 Prozent steigern. An der aktuellen Erhebung beteiligten sich bundesweit 1.531 Krankenhäuser. In Sachsen nahmen alle Kliniken an der Untersuchung teil.

Für die Krankenhauslandschaft ist die Entwicklung insbesondere vor dem Hintergrund der umfangreichen Fördermaßnahmen des KHZG relevant. In Sachsen wurden nach Angaben der TK insgesamt 212 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte der Krankenhäuser bereitgestellt.

Digitale Strukturen verbessern Prozesse und Patientensicherheit

Zu den sächsischen Häusern mit einem überdurchschnittlichen digitalen Reifegrad gehören auch mehrere Einrichtungen der Sana Kliniken. Dazu zählen unter anderem das Lausitzer Seenland Klinikum und die Sana Kliniken Landkreis Leipzig.

Nach Angaben der Sana Kliniken wurden im Rahmen des KHZG unter anderem in die digitale Patientenakte, technische Ausstattung und IT-Sicherheit investiert. Die Digitalisierung soll dabei nicht nur administrative Prozesse unterstützen, sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Dokumentationsqualität verbessern.

Als Beispiel wird ein digitales Monitoring der Antibiotika-Therapie genannt, das zur Verbesserung der Patientensicherheit beitragen soll. Gleichzeitig bleibt die Entlastung der Beschäftigten durch Digitalisierung eine Herausforderung. Nach Einschätzung der Sana Kliniken müssen deshalb künftig stärker Prozessoptimierungen und die konkrete Verbesserung von Arbeitsabläufen in den Mittelpunkt der Digitalisierungsförderung rücken.

Patientennutzen wird zum nächsten Entwicklungsschritt

Der DigitalRadar misst den digitalen Reifegrad der Krankenhäuser anhand von sieben Dimensionen. Die aktuelle Erhebung zeigt nach Angaben der TK in allen Bereichen Fortschritte. Sowohl die technischen und organisatorischen Voraussetzungen als auch das Krisen- und Risikomanagement sowie die Leistungsfähigkeit digitaler Systeme haben sich verbessert.

Auch klinische Prozesse werden zunehmend digital unterstützt. Gleichzeitig zeigt die Auswertung, dass die Digitalisierung im unmittelbaren Patientenalltag noch stärker ankommen muss. Dazu zählen beispielsweise digitale Patientenportale, telemedizinische Angebote und digitale Formulare sowie eine stärkere Einbindung der Patientinnen und Patienten in digitale Versorgungsprozesse.

Eine zentrale Herausforderung besteht damit darin, die erreichte technische Reife in einen konkreten Mehrwert für die Versorgung zu übersetzen. Ziel ist ein stärker vernetztes Gesundheitswesen, in dem Informationen aus dem Krankenhaus strukturiert in der elektronischen Patientenakte verfügbar sind und sektorenübergreifend, etwa in der hausärztlichen Versorgung, genutzt werden können.

4,3 Milliarden Euro für Krankenhausdigitalisierung

Für die Digitalisierung der Krankenhäuser stehen bundesweit umfangreiche Fördermittel zur Verfügung. Aus dem Krankenhauszukunftsfonds können insgesamt 4,3 Milliarden Euro eingesetzt werden. Davon werden 1,3 Milliarden Euro durch die Bundesländer bereitgestellt.

Die Ergebnisse des DigitalRadars liefern dabei eine Datengrundlage für die Bewertung der digitalen Entwicklung der deutschen Krankenhauslandschaft. Das Konsortium erfasst den digitalen Reifegrad der Krankenhäuser systematisch und ermöglicht durch wiederholte Erhebungen einen Vergleich der Entwicklung über mehrere Jahre.

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