KPMG-Studie zu Klinischen Informationssystemen: Krankenhäuser sehen erheblichen Modernisierungsbedarf
Befragung von 39 Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz zeigt Unzufriedenheit mit bestehenden KIS und geringe Nutzung neuer Technologien
Klinische Informationssysteme (KIS) bilden das digitale Rückgrat moderner Krankenhäuser und prägen zunehmend Effizienz, Dokumentation, Datenqualität und Innovationsfähigkeit. Eine aktuelle KPMG-Befragung von 39 Krankenhäusern in Deutschland und der Schweiz macht deutlich, dass viele Einrichtungen mit ihren bestehenden Systemen unzufrieden sind – insbesondere mit Blick auf deren Zukunftsfähigkeit und technologische Weiterentwicklung.
Laut Studie bestehen deutliche Lücken zwischen den aktuellen Systemlösungen und den Erwartungen an moderne KIS-Plattformen. Krankenhäuser bewerten den Status quo vielfach kritisch, da zentrale Funktionen für Prozessautomatisierung, Datenintegration und intelligente Unterstützung bislang nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Autorinnen und Autoren der Untersuchung sehen hier einen erheblichen Handlungsbedarf für Krankenhäuser und Anbieter.
Technologien wie Cloud-Lösungen und Künstliche Intelligenz werden derzeit in den meisten Häusern erst in Ansätzen genutzt, obwohl sie aus Sicht der Befragten als zentrale Innovationshebel gelten. KI-basierte Automatisierungen, Standardisierungspotenziale sowie interoperable Datenarchitekturen spielen demnach bislang nur eine untergeordnete Rolle im praktischen Betrieb.
Ein möglicher Wechsel des KIS-Systems wird von vielen Einrichtungen weniger als Risiko, sondern vor allem als strategische Chance betrachtet – etwa zur Entlastung des Personals, zur Vereinheitlichung von Prozessen und zur besseren Integration neuer Technologien. Damit verbindet sich auch die Erwartung, die digitale Transformation in der Versorgung stärker voranzubringen.
Die Studie verdeutlicht insgesamt, dass zwischen vorhandenen Lösungen und künftigen Anforderungen eine deutliche Modernisierungslücke besteht – mit Konsequenzen sowohl für Klinikträger als auch für Softwareanbieter.






