KI im Medizincontrolling wird zunehmend zur Notwendigkeit

Steigende MD-Prüfquoten und Fachkräftemangel erhöhen den Automatisierungsdruck – dht sieht Potenzial für effizientere Kodierung und Prüfprozesse

Der zunehmende Prüfaufwand durch den Medizinischen Dienst (MD) könnte den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Medizincontrolling deutlich beschleunigen. Nach Einschätzung der Klinik-IT-Genossenschaft digital health transformation (dht) entwickelt sich KI angesichts steigender Prüfquoten, des Fachkräftemangels und der angespannten Krankenhausfinanzierung von einer zusätzlichen Option zu einer zunehmend notwendigen Unterstützung der Arbeitsprozesse.

In einem Fachbeitrag auf BibliomedManager erläutert dht-Geschäftsführer Jared Sebhatu, dass sich der wachsende Personalbedarf für Kodierung und MD-Prüfverfahren kaum durch zusätzliche Fachkräfte decken lasse. KI-Anwendungen könnten deshalb eine größere Rolle bei der Analyse medizinischer Behandlungsfälle, der Identifikation abrechnungsrelevanter Informationen und der Vorbereitung von Prüfverfahren übernehmen

Nach Einschätzung von Sebhatu entwickeln sich bisher getrennte KI-Anwendungen für Kodierung und MD-Bearbeitung zunehmend zu umfassenderen Lösungen. Der wirtschaftliche Nutzen müsse sich allerdings an konkreten Ergebnissen messen lassen, beispielsweise einer effizienteren Fallbearbeitung oder einer höheren Quote nicht beanstandeter Abrechnungen. Gleichzeitig sieht der dht-Geschäftsführer erhebliche technische Hindernisse. Medizinische Informationen seien in vielen Krankenhäusern auf unterschiedliche IT-Systeme verteilt, teilweise unzureichend strukturiert und nur eingeschränkt über Schnittstellen verfügbar. Leistungsfähige KI-Software allein reiche deshalb nicht aus. Erforderlich seien eine bessere Datenverfügbarkeit, interoperable Systeme und die Weiterentwicklung bestehender Arbeitsabläufe. Gerade das Medizincontrolling könne nach Auffassung von Sebhatu zu einem Ausgangspunkt für eine stärker nutzenorientierte digitale Transformation im Krankenhaus werden.