DKG fordert stärkere Einbindung der Krankenhäuser in Digitalstrategie

Kliniken begrüßen Pläne des BMG – Finanzierung und Praxistauglichkeit bleiben offen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt grundsätzlich die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgestellte „Digitalstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege“, fordert jedoch eine verbindliche und kontinuierliche Einbindung der Krankenhäuser in deren Umsetzung. Das erklärte Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, anlässlich der Präsentation der Strategie durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Nach Einschätzung der DKG ist positiv zu bewerten, dass die Digitalstrategie regelmäßig fortgeschrieben werden soll und künftig mehr Verbindlichkeit sowie stärkere Durchgriffsrechte für die Gematik vorsieht. Dies habe das Potenzial, Standards, Interoperabilität und Verlässlichkeit in der digitalen Infrastruktur des Gesundheitswesens spürbar zu verbessern. Zugleich verweist die DKG auf Defizite früherer Digitalisierungsprojekte, insbesondere bei der elektronischen Patientenakte (ePA), die als Warnsignal zu verstehen seien.

BMG: Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege
Drei Jahre nach Veröffentlichung der Strategie hat sich das Gesundheits- und Pflegewesen rasant weiterentwickelt. Die Weiterentwicklung der Strategie nimmt daher die aktuellen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in den Blick. Sie legt, ausgehend vom aktuellen Stand der Umsetzung, den Fokus auf aktuelle Entwicklungen sowie neue und fortlaufende Schwerpunktvorhaben.

Finanzierung bleibt ungeklärt

Kritisch sieht die DKG, dass die Digitalstrategie keine Aussagen zur Finanzierung enthält. Angesichts angekündigter Einspareffekte und zugleich absehbarer Investitionsbedarfe entstehe für die Krankenhäuser eine erhebliche Planungsunsicherheit. Für die Einrichtungen sei jedoch entscheidend, dass digitale Anforderungen mit verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen hinterlegt werden.

Darüber hinaus betont die DKG die Notwendigkeit, digitale Lösungen entlang realer Versorgungs- und Arbeitsabläufe zu entwickeln. Nur wenn digitale Anwendungen praxistauglich seien, könnten sie tatsächlich zu Entlastung führen. Andernfalls drohten zusätzliche Dokumentationspflichten, Schnittstellenprobleme und Mehrbelastungen für das Personal.

Notfallversorgung besonders im Fokus

Besondere Anforderungen sieht die DKG in der Notfallversorgung. Da nicht alle Patientinnen und Patienten über eine elektronische Patientenakte verfügten, seien verlässliche und sektorenübergreifende Lösungen für Identifikation, Datenzugriff und Informationsweitergabe notwendig. Diese müssten rund um die Uhr funktionieren und den klinischen Alltag realistisch abbilden.

Die Krankenhäuser fordern daher, bei der weiteren Ausgestaltung der Digitalstrategie nicht nur als Anwender, sondern als aktive Partner eingebunden zu werden. Nur so könne Digitalisierung zu einer echten Unterstützung für Versorgung, Personal und Management werden.

Die DKG vertritt als Dachverband die Interessen von 1.874 Krankenhäusern in Deutschland, die jährlich rund 17 Millionen stationäre und 23 Millionen ambulante Behandlungsfälle versorgen. Digitalisierung sei für diesen Sektor ein zentraler Hebel – allerdings nur dann, wenn Strategie, Umsetzung und Finanzierung zusammengeführt würden.

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