DKG kritisiert GKV-Finanzkommission: Krankenhäuser vor zusätzlichen Belastungen
Kliniken sehen Kürzungen, mehr Bürokratie und fehlende Tarifrefinanzierung in Umbruchphase als Risiko für Versorgung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat am 30. März 2026 deutliche Kritik an den Vorschlägen der GKV-Finanzkommission geäußert. Nach Einschätzung des Krankenhausverbands führen die geplanten Maßnahmen zu zusätzlichen finanziellen Belastungen und steigender Bürokratie – und das in einer Phase grundlegender Strukturveränderungen durch die Krankenhausreform.
Wie die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer erklärte, stünden viele Kliniken bereits heute unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Vor diesem Hintergrund könnten die vorgeschlagenen Regelungen die Situation weiter verschärfen und langfristig die stationäre Versorgung gefährden.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen insbesondere die vorgesehenen Eingriffe in die Erlösentwicklung der Krankenhäuser. Geplant ist eine Begrenzung der Einnahmen an die Entwicklung der Gesamtlohnrate, teilweise sogar darunter. Aus Sicht der DKG ist diese Deckelung für viele Häuser nicht tragfähig, da gleichzeitig keine ausreichenden Möglichkeiten zur Kostensenkung bestehen. Für das Krankenhausmanagement ergibt sich daraus eine wachsende Diskrepanz zwischen steigenden Kosten und begrenzten Einnahmen.
Zusätzlich wird ein weiterer Ausbau bürokratischer Anforderungen erwartet. Die Kommissionsvorschläge sehen unter anderem erweiterte Prüfungen und Kontrollbefugnisse des Medizinischen Dienstes vor. Dies könnte nach Einschätzung der DKG zusätzliche personelle Ressourcen binden und Kosten verursachen, ohne einen entsprechenden Mehrwert für die Versorgungsqualität zu schaffen.
Besonders kritisch bewertet die DKG die geplante unvollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen. In Kombination mit bestehenden Regelungen zum Pflegebudget und der angespannten wirtschaftlichen Lage könnte dies aus Sicht des Verbands zu Personalabbau führen. Damit würde ein zentrales Ziel der Krankenhauspolitik – die Sicherstellung einer ausreichenden personellen Ausstattung – konterkariert.
Auch die Verteilung der finanziellen Lasten innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung wird thematisiert. Die DKG sieht auf der Ausgabenseite der Krankenkassen bislang unzureichend genutzte Einsparpotenziale und fordert eine breitere Lastenverteilung. Gleichzeitig wird die Diskussion um eine stärkere Beteiligung des Staates an der Finanzierung von Sozialversicherungsbeiträgen als notwendig bewertet.
Im Kontext der aktuellen Krankenhausreform gewinnen die Vorschläge zusätzliche Relevanz. Die Kombination aus strukturellen Veränderungen, finanziellen Restriktionen und steigenden Anforderungen stellt Kliniken vor erhebliche Herausforderungen. Die DKG fordert daher eine umfassende Analyse der Gesamtauswirkungen, um negative Effekte auf die Versorgung frühzeitig zu vermeiden.






