Charité Berlin führt neues Krankenhausinformationssystem von Epic ein
Universitätsmedizin investiert rund 200 Millionen Euro in digitale Infrastruktur für Versorgung und Forschung

Die Charité investiert 200 Millionen Euro in ein neues KIS von Epic.
Foto: Charité / Wiebke Peitz
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat nach einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag für ein neues Krankenhausinformationssystem (KIS) an den Softwareanbieter Epic Systems vergeben. Wie die Charité mitteilt, hat der Aufsichtsrat nun die Finanzierungsstruktur für das rund 200 Millionen Euro umfassende Digitalisierungsprojekt genehmigt. Das neue KIS soll bis Ende 2029 vollständig implementiert werden und die medizinische Versorgung, Verwaltung und Forschung an der Universitätsklinik digital vernetzen.
Mit der Einführung des neuen Krankenhausinformationssystems reagiert die Charité auf das Auslaufen bestehender Softwarelösungen und stellt ihre digitale Infrastruktur langfristig neu auf. Krankenhausinformationssysteme bilden heute die zentrale Plattform für die Verwaltung von Patientendaten, medizinischen Dokumentationen, Behandlungsprozessen und administrativen Abläufen. Das neue System soll künftig alle medizinischen Bereiche der Charité miteinander verbinden und Informationen aus verschiedenen Abteilungen in Echtzeit verfügbar machen. Dadurch sollen Behandlungsprozesse besser koordiniert, Dokumentationsaufwände reduziert und die Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen verbessert werden.
Für eine Universitätsmedizin mit komplexen Versorgungsstrukturen und einem hohen Anteil an Forschung und Lehre besitzt die Wahl des Krankenhausinformationssystems eine besondere strategische Bedeutung. Neben der klinischen Versorgung soll die neue Plattform auch die wissenschaftliche Nutzung medizinischer Daten verbessern und Forschungsprozesse unterstützen.
Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich nach Angaben der Charité auf rund 200 Millionen Euro. Für die Finanzierung hat das Land Berlin die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit die Universitätsmedizin eigene Kredite aufnehmen kann. Der Aufsichtsrat der Charité hat die Finanzierung über ein Bankenkonsortium bestätigt. Damit kann die Umsetzung des Projekts beginnen. Die vollständige Einführung des neuen KIS ist bis Ende 2029 vorgesehen und soll schrittweise in allen Bereichen der Charité erfolgen.
Die Charité erwartet durch das neue KIS deutliche Verbesserungen für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende. Durch den schnellen Zugriff auf vollständige und aktuelle Behandlungsinformationen sollen Entscheidungen sicherer getroffen und Abläufe beschleunigt werden. Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, betont die Bedeutung einer stabilen und sicheren digitalen Infrastruktur für die zukünftige Leistungsfähigkeit der Universitätsmedizin. Das neue System sei ein wichtiger Bestandteil der strategischen Weiterentwicklung der Charité. Auch die Berliner Wissenschafts- und Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra bewertet die Investition als wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Universitätsmedizin. Ein modernes KIS sei nicht nur ein technisches System, sondern das digitale Fundament für Qualität, Sicherheit und Effizienz in Versorgung und Forschung.




