Novartis, Klinikum Bayreuth und myon.clinic starten digitales Netzwerk für Radioligandentherapien

Pilotprojekt soll Versorgung von Prostatakrebspatienten digital vernetzen und Behandlungsabläufe verbessern

Novartis Deutschland, die Klinikum Bayreuth GmbH und die digitale Gesundheitsplattform myon.clinic haben das Pilotprojekt „Vernetzter Patientenweg“ gestartet. Ziel der Kooperation ist der Aufbau eines digitalen Versorgungsnetzwerks für Prostatakrebspatienten, das ambulante und stationäre Leistungserbringer verschiedener Fachrichtungen miteinander verbindet. Im Fokus steht die Verbesserung der Koordination komplexer Behandlungsabläufe, insbesondere bei der Radioligandentherapie (RLT).

Die zunehmende Bedeutung der Präzisionsmedizin stellt hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen medizinischen Disziplinen. Gerade bei der Radioligandentherapie müssen Urologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Radiologie eng zusammenarbeiten. In der Praxis fehlen jedoch häufig digitale Strukturen, die einen reibungslosen Informationsaustausch und eine koordinierte Patientensteuerung ermöglichen.

Hier setzt das Pilotprojekt an. Über die digitale Plattform myoncare sollen Diagnostik- und Therapieschritte effizient miteinander verknüpft werden. Die Lösung ermöglicht den sicheren Austausch relevanter Befunde, eine zentrale Dokumentation des Therapieverlaufs sowie eine automatisierte Steuerung einzelner Behandlungsschritte. Ergänzend sollen klare Zuständigkeiten definiert und die interdisziplinäre Kommunikation durch integrierte Chatfunktionen erleichtert werden. Auch Patientinnen und Patienten werden über eine App aktiv in den Behandlungsprozess eingebunden und erhalten Informationen zum aktuellen Therapieverlauf.

„Innovative Therapien entfalten ihren vollen Nutzen erst dann, wenn sie Patientinnen und Patienten rechtzeitig und koordiniert erreichen“, erklärt Alexandra Skorupa, Leiterin Medical Affairs Radioligandentherapie bei Novartis Deutschland. Das Pilotprojekt solle Abläufe beschleunigen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten stärken, um die Versorgung langfristig weiterzuentwickeln.

Auch das Klinikum Bayreuth sieht in der digitalen Vernetzung einen wichtigen Schritt für eine moderne onkologische Versorgung. Nach Angaben von Prof. Dr. Stefan Förster, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin, ermöglicht das Netzwerk eine engere Abstimmung zwischen den beteiligten ambulanten und stationären Einrichtungen. Dadurch könnten diagnostische und therapeutische Prozesse effizienter koordiniert und die Versorgung von Prostatakrebspatienten weiter verbessert werden.

Das Klinikum Bayreuth übernimmt innerhalb des Projekts eine Vorreiterrolle. Als erstes Krankenhaus in Deutschland beteiligt es sich an der Entwicklung und praktischen Erprobung des digitalen Patientenpfads für die Radioligandentherapie. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung der Plattform einfließen.

Perspektivisch ist vorgesehen, weitere Pilotzentren in das Projekt einzubinden. Auf Basis der praktischen Erfahrungen soll ein standardisierter digitaler Patientenpfad entstehen, der künftig bundesweit von weiteren Versorgungsnetzwerken genutzt werden kann. Ziel ist eine übertragbare Lösung, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessert und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Radioligandentherapie nachhaltig unterstützt.

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