Bayern startet Forschungsinitiative FiPtec für Pflegetechnik

Freistaat fördert digitales Pflegeforschungsnetzwerk mit 4,5 Millionen Euro an der Hochschule Kempten

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat am 1. Juli 2026 den Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) an der Hochschule Kempten gegeben. Die Initiative ist Teil der HighCare Agenda des Freistaats Bayern und wird mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert. Ziel ist der strukturierte Transfer digitaler und technischer Innovationen in die Pflegepraxis.

Mit der neu gestarteten Forschungsinitiative FiPtec baut Bayern seine Aktivitäten im Bereich der digitalen Transformation der Pflege weiter aus. Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte bei der Vorstellung des Projekts die Bedeutung einer stärkeren Verzahnung von Forschung, Technologieentwicklung und pflegerischer Praxis. Die Initiative soll als übergreifende Plattform fungieren, in der wissenschaftliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Disziplinen gebündelt und für die praktische Anwendung in der Pflege nutzbar gemacht werden.

FiPtec ist am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) der Hochschule Kempten angesiedelt und wird als Teil der bayerischen HighCare Agenda umgesetzt. Nach Angaben des Ministeriums stellt der Freistaat dafür rund 4,5 Millionen Euro bereit. Insgesamt sollen bis 2028 im Rahmen der HighCare Agenda etwa 31 Millionen Euro in digitale Innovationen und technologische Entwicklungen im Pflegebereich investiert werden.

Ein zentrales Ziel der Initiative ist es, Forschungsaktivitäten stärker zu vernetzen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen mit pflegewissenschaftlichem Schwerpunkt in Bayern zu intensivieren. Dabei sollen sowohl universitäre Einrichtungen als auch anwendungsorientierte Forschungsakteure eingebunden werden. Die Ergebnisse der Projekte sollen sowohl in der stationären Langzeitpflege als auch in der ambulanten Versorgung zur Anwendung kommen.

Inhaltlich umfasst FiPtec ein breites Spektrum von Themenfeldern. Neben pflegewissenschaftlichen und pflegeethischen Fragestellungen liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Bewertung technischer Innovationen für den Pflegealltag. Entscheidend sei dabei, so das Ministerium, dass der Nutzen neuer Technologien nicht allein technisch definiert werde, sondern sich an den tatsächlichen Bedarfen von Pflegekräften und Pflegebedürftigen orientiere. Die Initiative ist in vier interdisziplinäre Arbeitsgruppen strukturiert, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker gemeinsam an konkreten Fragestellungen arbeiten. Der Fokus liegt auf dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Versorgungspraxis, um digitale Anwendungen schneller und zielgerichteter in den Pflegealltag zu integrieren.

Bereits bestehende Programme wie das Kompetenzcluster für innovative Pflege (KiPf) werden in die Gesamtstrategie eingebunden und sollen durch FiPtec ergänzt werden. Nach Einschätzung des Ministeriums entsteht damit ein stärker vernetztes Innovationssystem, das die Digitalisierung der Pflege in Bayern langfristig unterstützen soll.

Mit dem Start der Initiative unterstreicht der Freistaat seinen Anspruch, die digitale Transformation in der Pflege nicht nur technologisch, sondern auch strukturell und praxisnah zu gestalten.

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