DAK registriert 30 Prozent mehr neue Fälle von Abrechnungsbetrug

Rund 2.300 neue Verdachtsfälle 2024 und 2025 – Gesamtschaden von 15,6 Millionen Euro, fast jeder zweite Fall betrifft die Pflege

Die DAK-Gesundheit hat in den Jahren 2024 und 2025 rund 2.300 neue Fälle von Abrechnungsbetrug registriert – 30 Prozent mehr als im vorherigen Berichtszeitraum. Insgesamt verfolgte die Krankenkasse knapp 4.900 Bestands- und Neufälle. Der dabei ermittelte Schaden belief sich auf 15,6 Millionen Euro.

Die Zahl aller bearbeiteten Fälle stieg nach Angaben der DAK gegenüber dem vorherigen Zweijahreszeitraum um 20 Prozent. Der Gesamtschaden ging dagegen von 17,6 Millionen Euro in den Jahren 2022/2023 auf 15,6 Millionen Euro zurück. Die Krankenkasse verweist darauf, dass einzelne Großfälle weiterhin einen erheblichen Anteil am Schadensvolumen haben.

Arzneimittel verursachen höchsten Schaden – Pflege mit meisten Fällen

Mit 5,5 Millionen Euro entstand der höchste Schaden bei Arznei- und Verbandmitteln. Als wesentliche Ursache nennt die DAK gefälschte Verordnungen, insbesondere für hochpreisige Krebsmedikamente und Antiadiposita. Zwischen April 2024 und November 2025 registrierte die Kasse nach eigenen Angaben etwa 1.000 Rezeptfälschungen mit einem Schaden von rund 1,1 Millionen Euro.

Fast jeder zweite Betrugsfall entfiel auf den Bereich Pflege. Dort beziffert die DAK den Schaden auf insgesamt 3,6 Millionen Euro. Mehr als zwei Millionen Euro entfielen auf die Häusliche Krankenpflege, rund eine Million Euro auf die Außerklinische Intensivpflege und mehr als 600.000 Euro auf die Pflegeversicherung.

Weitere Schäden wurden bei Fahrtkosten mit 1,8 Millionen Euro, Hilfsmitteln mit 1,6 Millionen Euro und Heilmitteln mit 800.000 Euro festgestellt.

DAK sieht zunehmend organisierte Strukturen

Das Ermittlungsteam der Krankenkasse beobachtet nach eigenen Angaben eine zunehmende Professionalisierung des Abrechnungsbetrugs. Statt einzelner Täter oder kleiner Netzwerke träten häufiger organisierte Strukturen auf, die gezielt Schwachstellen des Gesundheitssystems ausnutzten. Diese Einschätzung stammt von der DAK und ist nicht als eigenständige Kriminalitätsstatistik zu verstehen.

Von den festgestellten Schäden konnte die Krankenkasse Forderungen von 5,9 Millionen Euro sichern. Diese Summe umfasst allerdings auch Forderungen aus Fällen, die bereits vor 2024 begonnen hatten. Bei rund 23 Prozent der im Berichtszeitraum abgeschlossenen Verdachtsfälle konnte nach Angaben der DAK ein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

Die Krankenkasse fordert zudem eine datenschutzrechtliche Grundlage, um KI-Verfahren stärker zur Erkennung und Prävention von Abrechnungsbetrug einsetzen zu können.