Intensivpflege: Elf Millionen Euro Abrechnungsbetrug vermutet

Ermittler durchsuchen Standorte in NRW und Hessen – 13 Beschuldigte sollen nicht oder nicht vollständig erbrachte Intensivpflege abgerechnet haben

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen eines mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs in der ambulanten Intensivpflege mit einem Schaden von rund elf Millionen Euro. Bei einer großangelegten Aktion in Nordrhein-Westfalen und Hessen wurden zahlreiche Objekte durchsucht, ein Haftbefehl vollstreckt und Vermögenswerte in Millionenhöhe arrestiert. Das teilte die Polizei Düsseldorf gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Wuppertal mit.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 13 Beschuldigte und laufen seit Dezember 2025. Im Raum stehen unter anderem der Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen, Geldwäsche, Steuerdelikte sowie das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen gegenüber Krankenkassen Leistungen der ambulanten Intensivpflege abgerechnet worden sein, obwohl diese nicht oder nicht vollständig erbracht wurden. Zudem besteht der Verdacht, dass Leistungen durch nicht ausreichend qualifiziertes Personal erbracht und deshalb unberechtigt abgerechnet wurden.

An den Durchsuchungen waren mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligt. Maßnahmen fanden in zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens sowie in Kelsterbach in Hessen statt.

Die Behörden vollstreckten Vermögensarreste von insgesamt 5,9 Millionen Euro. Zusätzlich wurden Sicherungshypotheken über 3,3 Millionen Euro eingetragen. Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches analoges und digitales Beweismaterial sichergestellt, darunter ein mutmaßlich zur Fälschung von Verordnungen verwendeter Arztstempel.