Hardware-Preisschub wird zum Kostenrisiko für Krankenhaus-IT
KI-Boom treibt Speicherpreise – PwC-Experte empfiehlt Kliniken, Eigenbetrieb, Managed Services und Cloud vor Investitionen neu zu vergleichen
Der weltweite Ausbau von KI- und Rechenzentren erhöht den Preisdruck auf zentrale Hardwarekomponenten und könnte damit auch IT-Investitionen von Krankenhäusern erheblich verteuern. Darüber berichtet das HCM-Magazin am 16. September 2026. PwC-Partner Jörg Asma empfiehlt Kliniken, anstehende Hardwareerneuerungen deshalb nicht mehr als reine IT-Beschaffung, sondern als gemeinsame strategische Entscheidung von Geschäftsführung, IT, Einkauf und klinischen Verantwortlichen zu behandeln.
Besonders betroffen sind Arbeits- und Massenspeicher. Asma verweist auf Analystenprognosen, nach denen die Vertragspreise für Server-Arbeitsspeicher 2026 um rund 270 Prozent und für Enterprise-SSDs um rund 235 Prozent steigen könnten. Diese Werte beziehen sich ausdrücklich auf einzelne Komponenten und stellen keine prognostizierte Preissteigerung für komplette Server oder Krankenhaus-IT-Systeme dar.
Kliniken sollen Betriebsmodelle neu durchrechnen
Krankenhäuser sollten zunächst prüfen, welche Kapazitäten tatsächlich benötigt werden, welche Anwendungen konsolidiert und welche Systeme sicher länger betrieben werden können. Anschließend empfiehlt Asma einen Vergleich von optimiertem Eigenbetrieb, Managed Services sowie Cloud- oder Hybridmodellen.
Dabei seien die Gesamtkosten über mehrere Jahre entscheidend. Neben Hardware und laufenden Services müssten unter anderem Migration, Softwarelizenzen, Netzanbindung, Parallelbetrieb und ein späterer Anbieterwechsel berücksichtigt werden.
Für Cloud-Lösungen mit Patientendaten verweist Asma zudem auf die Anforderungen des § 393 SGB V. Neben Sicherheitsnachweisen müssten insbesondere Ausfallszenarien, Datenrückgabe und Wechselmöglichkeiten vertraglich geregelt und praktisch erprobt werden.




