Krankenhausreform: Reformziele bleiben in weiter Ferne (ersatzkasse magazin. – 6. Ausgabe 2025)

vdek fordert konsequente Umsetzung und Digitalisierung zur Effizienzsteigerung

Die Krankenhausreform rückt nach Einschätzung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) zunehmend von ihrem ursprünglichen Ziel ab, die Kliniklandschaft konsequent am Bedarf und an der Qualität auszurichten. Der Entwurf des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG), der am 8. Oktober 2025 im Bundeskabinett verabschiedet wurde, enthält erneut zahlreiche Ausnahmeregelungen der Länder sowie Aufweichungen der Qualitäts- und Strukturvorgaben. Der vdek geht davon aus, dass dies nicht die letzten Aufweichungen sein werden.

Die aktuelle Reformlage hat auch finanzielle Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Die Zusatzbeitragssätze steigen im Jahr 2026 voraussichtlich von 2,9 % auf mindestens 3,1 %. Ein kurzfristig aufgelegtes Sparpaket der Bundesregierung, das derzeit im Vermittlungsausschuss neu verhandelt wird, reicht nach Einschätzung des vdek nicht aus, um die Beitragssätze langfristig zu stabilisieren. Der Verband fordert daher mutige Strukturreformen, um die stark steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen effektiv zu begrenzen.

Im Bereich Digitalisierung sieht Prof. Dr. David Matusiewicz, Professor für Medizinmanagement an der FOM Hochschule, großes Potenzial: „Allein die Dokumentation seitens der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen würde sehr viel Zeit und Kosten einsparen, wenn eine bessere Automatisierung stattfinden würde.“ Besonders betont er den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) als Schlüsseltechnologie, die künftig eine ähnlich zentrale Rolle spielen werde wie das Internet.

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