Krankenhausfälle steigen – kleine Kliniken schwächer ausgelastet
Destatis zählt 17,7 Millionen stationäre Behandlungen im Jahr 2025 – Zahl der Krankenhäuser sinkt auf 1.807, Bettenauslastung steigt auf 72,6 Prozent
Die Zahl der vollstationären Krankenhausbehandlungen in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden rund 17,7 Millionen Behandlungsfälle registriert, 1,2 Prozent beziehungsweise 203.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Krankenhäuser auf 1.807 und die durchschnittliche Bettenauslastung erhöhte sich auf 72,6 Prozent. Besonders auffällig sind die deutlichen Unterschiede zwischen kleinen und großen Einrichtungen.
Trotz der steigenden Fallzahlen bleibt die stationäre Versorgung deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Gegenüber 2019, als rund 19,4 Millionen Behandlungsfälle registriert wurden, lag die Zahl der stationären Behandlungen 2025 weiterhin um 9,4 Prozent niedriger. Das geht aus den am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Krankenhausgrunddaten hervor.
Große Krankenhäuser weisen höhere Bettenauslastung auf
Im Jahresdurchschnitt standen den Krankenhäusern 468.803 Betten zur Verfügung. Das entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Bettenauslastung von 72,0 auf 72,6 Prozent.
Zwischen den Krankenhausgrößen bestehen erhebliche Unterschiede. Einrichtungen mit mehr als 800 Betten erreichten eine durchschnittliche Auslastung von 75,3 Prozent. Krankenhäuser mit weniger als 50 Betten kamen dagegen lediglich auf 55,2 Prozent. In Häusern mit 50 bis 99 Betten lag die Auslastung bei 68,2 Prozent.
Die Differenz verdeutlicht die unterschiedliche Nutzung vorhandener stationärer Kapazitäten. Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit einzelner Krankenhäuser lassen sich daraus jedoch nicht unmittelbar ziehen, da sich insbesondere Fachabteilungsstrukturen und regionale Versorgungsaufträge unterscheiden.
Verweildauer sinkt auf sieben Tage
Die durchschnittliche Verweildauer ging von 7,1 Tagen im Jahr 2024 auf 7,0 Tage zurück. Damit setzt sich der langfristige Trend zu kürzeren stationären Krankenhausaufenthalten fort. Im Jahr 1991 hatte die durchschnittliche Verweildauer noch 14 Tage betragen.
Die meisten stationären Behandlungen entfielen 2025 mit rund fünf Millionen Fällen auf die Innere Medizin. Ihr Anteil am gesamten Fallaufkommen lag bei 28,1 Prozent. Es folgte die Allgemeine Chirurgie mit 2,7 Millionen Fällen beziehungsweise 15,3 Prozent.
Auch bei der Verweildauer bestehen erhebliche fachabteilungsbezogene Unterschiede. Während Patienten in der Inneren Medizin durchschnittlich fünf Tage und in der Allgemeinen Chirurgie 4,8 Tage behandelt wurden, lag die Verweildauer in der Geriatrie bei 14,8 Tagen.
Personalbestand wächst trotz niedrigerer Fallzahlen
Parallel zur Entwicklung der stationären Leistungen erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten weiter. Ende 2025 waren rund 221.800 Personen im ärztlichen Dienst und 1,272 Millionen im nichtärztlichen Dienst unmittelbar bei den Krankenhäusern beschäftigt.
Gegenüber 2024 entspricht dies einem Anstieg von 1,9 Prozent im ärztlichen und 2,5 Prozent im nichtärztlichen Dienst. Umgerechnet auf Vollzeitkräfte waren im Jahresdurchschnitt insgesamt rund 1,038 Millionen Beschäftigte tätig.
Im Zehnjahresvergleich liegt die Zahl der Beschäftigten damit deutlich höher: Gegenüber 2015 stieg sie im ärztlichen Dienst um 27,1 Prozent und im nichtärztlichen Dienst um 24,9 Prozent.
Krankenhausstruktur verändert sich weiter
Von den bundesweit 1.807 Krankenhäusern befanden sich 729 in privater, 549 in freigemeinnütziger und 529 in öffentlicher Trägerschaft. Die öffentlichen Krankenhäuser stellten mit 47,4 Prozent weiterhin den größten Anteil der Krankenhausbetten. Die neuen Grunddaten verdeutlichen damit mehrere Entwicklungen zugleich: Die stationären Fallzahlen erholen sich nur langsam, die Zahl der Krankenhäuser und Betten sinkt und die personellen Kapazitäten nehmen weiter zu.
Für das Klinikmanagement liefern insbesondere die Unterschiede bei Bettenauslastung, Verweildauer und Personalentwicklung wichtige Vergleichsdaten. Im Zusammenhang mit der Krankenhausreform und der stärkeren Konzentration medizinischer Leistungen bilden sie eine aktuelle statistische Grundlage für die Bewertung bestehender Versorgungsstrukturen.







