Krankenhaus Rating Report prognostiziert historisches Kliniksterben: DKG warnt vor GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes
Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß befürchtet das Aus für bis zu 400 Krankenhäuser, massiven Stellenabbau und gravierende Lücken in der ländlichen Notfallversorgung
Der aktuelle Krankenhaus-Rating Report prognostiziert bei Inkrafttreten des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes eine deutliche Verschärfung der wirtschaftlichen Lage deutscher Krankenhäuser. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt auf Basis der Ergebnisse vor bis zu 400 Klinikschließungen sowie erheblichen Einschnitten in der Versorgungsstruktur, insbesondere im ländlichen Raum. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß spricht von einem „kalten Strukturwandel“ mit weitreichenden Folgen für Versorgung und Beschäftigung.
Nach Einschätzung der Deutsche Krankenhausgesellschaft verdeutlichen die Ergebnisse des Krankenhaus-Rating Reports eine bereits heute angespannte wirtschaftliche Situation vieler Einrichtungen, die sich durch die vorgesehenen Maßnahmen des Gesetzes weiter verschärfen würde. Besonders kritisch bewertet der Verband, dass die geplanten finanziellen Eingriffe zahlreiche Kliniken in ihrer Existenz gefährden könnten.
Im Zentrum der Kritik steht die Erwartung eines massiven wirtschaftlichen Anpassungsdrucks auf die Krankenhäuser. Laut DKG müssten unter den Bedingungen des Gesetzes zahlreiche Einrichtungen mit erheblichen Erlösrückgängen rechnen, die nicht durch entsprechende Refinanzierungen kompensiert werden könnten. Dies würde nach Darstellung des Verbandes zu einer beschleunigten Marktbereinigung führen, bei der vor allem kleinere und ländliche Standorte unter Druck geraten.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die im Rating Report beschriebenen Auswirkungen auf die Notfallversorgung. Demnach könnten auch Krankenhäuser mit höherer Versorgungsstufe betroffen sein, was aus Sicht der DKG zu einer strukturellen Schwächung der flächendeckenden Versorgung führen würde. Die Folge wäre eine zunehmende Konzentration medizinischer Leistungen auf weniger Standorte, verbunden mit längeren Wegen für Patientinnen und Patienten. Neben den strukturellen Auswirkungen verweist die Deutsche Krankenhausgesellschaft auch auf mögliche beschäftigungspolitische Konsequenzen. Der Report geht laut DKG von einem signifikanten Stellenabbau in den kommenden Jahren aus, sollten die geplanten Regelungen umgesetzt werden. Dies betreffe insbesondere Pflege- und Funktionsbereiche, in denen Personal bereits heute stark belastet sei.
Die DKG kritisiert zudem den grundsätzlichen Ansatz der Reform. Aus ihrer Sicht würden zusätzliche regulatorische und finanzielle Eingriffe die ohnehin komplexen Steuerungsmechanismen im Krankenhaussektor weiter verschärfen. Stattdessen fordert der Verband mehr wirtschaftliche Handlungsspielräume sowie eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung der Krankenhausstrukturen.
Gleichzeitig verweist die DKG auf die Einschätzungen der Autoren des Krankenhaus-Rating Reports, die ebenfalls vor erheblichen strukturellen Verwerfungen warnen. Diese sehen laut Verband das Risiko eines tiefgreifenden Umbaus der Krankenhauslandschaft, der vor allem durch wirtschaftliche Kriterien getrieben wäre und weniger durch gezielte Versorgungsplanung.
Die politische Debatte über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz dürfte sich vor diesem Hintergrund weiter intensivieren. Während die DKG vor Versorgungsrisiken warnt, verweisen Befürworter der Reform regelmäßig auf Effizienzpotenziale und notwendige Ausgabenbegrenzungen im Gesundheitssystem. Die weiteren parlamentarischen Beratungen werden daher entscheidend dafür sein, wie stark die geplanten Regelungen letztlich in die Krankenhausfinanzierung eingreifen.




