„Gemeinsame Tresen“ zur Patientensteuerung entlastet Notaufnahmen deutlich

Fallzahlen an der ZNA halbiert – SmED-Einsatz zeigt bundesweite Signalwirkung

Im varisano Klinikum Frankfurt Höchst hat sich das sogenannte „Höchster Modell“ zur Patientensteuerung in der Notaufnahme als erfolgreiches Strukturkonzept etabliert. Seit Ende 2022 wird dort eine standardisierte medizinische Ersteinschätzung (SmED) in Kooperation mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst durchgeführt. Das Ergebnis: Die Zahl der Fälle, die an die Zentrale Notaufnahme (ZNA) übergeben wurden, konnte um rund 50 % reduziert werden.

„Die Patientensteuerung funktioniert“, bestätigt Armin Beck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH). Die SmED-Einschätzungen machen deutlich, dass ein erheblicher Teil der Patientinnen und Patienten keine akutmedizinische Versorgung innerhalb von 24 Stunden benötigt. Im Erhebungszeitraum vom 1. April 2023 bis 31. März 2024 wurden 1.131 SmED-Assessments durchgeführt, wobei knapp 55 % dieser Fälle keine sofortige Behandlung erforderten. Von den an die Bereitschaftspraxis überwiesenen Patienten konnten 76 % abschließend dort versorgt werden.

Dr. med. Matthias Seidel, seit Januar 2025 Chefarzt der ZNA in Höchst, betont die Vorteile des baulich und organisatorisch integrierten Modells:

„Der gemeinsame Tresen direkt hinter dem Haupteingang ermöglicht eine schnelle Ersteinschätzung für gehfähige Patientinnen und Patienten und optimiert damit die Abläufe.“

Der Erfolg sei nicht zuletzt auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst zurückzuführen.