G-BA beauftragt IQTIG mit neuem Prüfinstrument für Entlassmanagement

Qualitätsbewertung von Krankenhäusern soll stärker auf Dokumentations- und Prozessanalysen basieren

Der Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen mit der Weiterentwicklung und Erprobung eines strukturierten Qualitätsprüfinstruments (SQP) für das QS-Verfahren Entlassmanagement beauftragt. Ziel ist es, die Qualität des Entlassmanagements in Krankenhäusern künftig systematischer bewerten und vergleichbar machen zu können.

Mit dem Beschluss vom 6. Mai 2026 treibt der Gemeinsamer Bundesausschuss die Weiterentwicklung der externen Qualitätssicherung im Krankenhausbereich weiter voran. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines strukturierten Qualitätsprüfinstruments (SQP), das die Qualität des Entlassmanagements anhand vorhandener Krankenhausdokumentationen bewerten soll.

Beauftragt wurde das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen damit, ein entsprechendes Instrument zu entwickeln und praktisch zu erproben. Grundlage hierfür ist ein bereits 2024 vorgelegter Abschlussbericht des Instituts zur Weiterentwicklung des QS-Verfahrens Entlassmanagement.

Das geplante SQP soll sowohl die organisatorischen Vorgaben der Krankenhäuser als auch die konkrete Umsetzung im Einzelfall analysieren. Geprüft werden sollen unter anderem patientenindividuelle Entlassdokumentationen, Behandlungsunterlagen sowie übergreifende Prozessdokumente. Ziel ist eine nachvollziehbare und vergleichbare Bewertung der Qualität des gesamten Entlassmanagementprozesses.

Nach Vorstellung des G-BA soll das Instrument künftig nicht nur Qualitätsdefizite identifizieren, sondern auch Best-Practice-Ansätze sichtbar machen. Die Ergebnisse könnten perspektivisch sowohl für Maßnahmen nach der DeQS-Richtlinie als auch für Veröffentlichungen zur Krankenhausqualität genutzt werden.

Die Beauftragung umfasst zwei Teilaufträge. Zunächst entwickelt das IQTIG das Prüfinstrument einschließlich eines Schulungs- und Anwendungskonzepts. Anschließend soll das Verfahren in freiwillig teilnehmenden Krankenhäusern erprobt werden. Dabei ist vorgesehen, Einrichtungen mit auffälligen Qualitätsergebnissen ebenso einzubeziehen wie Häuser ohne rechnerische Auffälligkeiten. Auf diese Weise soll untersucht werden, ob das SQP zusätzliche Qualitätsprobleme identifizieren kann, die durch bisherige Instrumente nicht sichtbar werden.

Für das Krankenhausmanagement gewinnt das Thema Entlassmanagement seit Jahren an Bedeutung. Die sektorenübergreifende Versorgung sowie die Koordination nach stationären Aufenthalten gelten als zentrale Faktoren für Versorgungskontinuität, Patientensicherheit und Vermeidung unnötiger Wiederaufnahmen. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen an Dokumentation, Prozesssteuerung und Qualitätssicherung kontinuierlich an.

Das geplante Prüfinstrument könnte den Fokus der Qualitätssicherung künftig stärker auf Prozessqualität und tatsächliche Umsetzungspraxis verlagern. Für Kliniken bedeutet dies potenziell zusätzlichen organisatorischen Aufwand, zugleich aber auch die Möglichkeit, standardisierte Qualitätsbewertungen transparenter nachzuweisen.

Der Abschlussbericht zum ersten Teilauftrag soll dem G-BA bis zum 7. November 2027 vorgelegt werden. Erst danach entscheidet das Gremium über die Durchführung der praktischen Erprobungsphase.

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