Ohne Geriaterinnen und Geriater geht es nicht

Bundesverband Geriatrie weist auf absehbaren Engpass bei Geriaterinnen und Geriatern hin

Der Bundesverband Geriatrie warnt vor einem absehbaren Engpass an Fachärztinnen und -ärzten in der Geriatrie, der durch eine zunehmende Pensionierungswelle und den demografischen Wandel verschärft wird. Dirk von den Heuvel, Geschäftsführer des Verbands, hebt hervor, dass die Babyboomer-Generation bereits auf die geriatrischen Akutkliniken und Reha-Einrichtungen zukommt, während gleichzeitig viele erfahrene Geriaterinnen und Geriater das Berufsleben verlassen.

Laut dem Fachkräftemonitoring 2025 der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sind die Zahlen der in Kliniken beschäftigten Ärztinnen und Ärzte zwar insgesamt gewachsen, jedoch gibt es im Bereich der Geriatrie ein erhebliches Nachwuchsproblem. Eine Umfrage des Bundesverbands Geriatrie zeigt, dass bis 2035 fast 50% der aktuellen Geriaterinnen und Geriater altersbedingt ausscheiden werden. Dies wird durch den demografischen Wandel weiter verstärkt, da der Bedarf an speziell ausgebildeten geriatrischen Fachkräften signifikant steigt.

Der Verband fordert deshalb eine Ausbildungsoffensive, die sicherstellt, dass junge Ärztinnen und Ärzte ausreichend ausgebildet und auf die geriatrische Versorgung vorbereitet werden. Konkret wird ein unmittelbarer Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten in der Geriatrie durch die Krankenhausplanung gefordert. Dabei sollte es in allen Bundesländern nach der Krankenhausreform möglich sein, die Ausbildung zum Facharzt für Geriatrie ohne strukturelle Hürden zu absolvieren.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Sichtbarkeit der Geriatrie in der medizinischen Ausbildung. Der Verband fordert, dass Geriatrie-Lehrstühle an allen medizinischen Fakultäten eingerichtet und die Disziplin entsprechend im Lehrplan berücksichtigt wird.