Universitätsklinikum Jena stärkt geriatrische Versorgung mit Tagesklinik
Interdisziplinäres Angebot richtet sich an ältere Patient:innen und soll stationäre Aufenthalte vermeiden
Das Universitätsklinikum Jena hat seine geriatrische Tagesklinik wieder in Betrieb genommen und erweitert damit das Versorgungsangebot für ältere Patientinnen und Patienten. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung in Thüringen soll das Angebot eine wohnortnahe, interdisziplinäre Behandlung ermöglichen und gleichzeitig stationäre Aufenthalte reduzieren.
Die geriatrische Tagesklinik richtet sich insbesondere an Menschen ab etwa 70 Jahren mit mehreren chronischen Erkrankungen, funktionellen Einschränkungen oder nach akuten gesundheitlichen Ereignissen wie Stürzen oder Krankenhausaufenthalten. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten möglichst zu erhalten oder wiederherzustellen. „Ziel ist es, die vorhandenen Beeinträchtigungen gezielt zu behandeln, um so die Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen und stationäre Aufenthalte möglichst zu vermeiden“, erläutert Dr. Kristin Häseler-Ouart.
Das Versorgungskonzept ist als Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Behandlung angelegt. Die Patientinnen und Patienten werden werktags zwischen 8 und 15 Uhr medizinisch, pflegerisch und therapeutisch betreut und kehren anschließend in ihr häusliches Umfeld zurück. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt etwa zehn Tage.
Zentraler Bestandteil ist ein umfassendes geriatrisches Assessment zu Beginn der Behandlung, bei dem medizinische, funktionelle, kognitive und soziale Faktoren berücksichtigt werden. Auf dieser Basis erstellt ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Therapeutinnen und Therapeuten sowie dem Sozialdienst einen individuellen Therapieplan.
Zum therapeutischen Spektrum zählen unter anderem Ergo- und Physiotherapie sowie psychologische Unterstützung. Ergänzend werden alltagsnahe Trainingsangebote umgesetzt, etwa in einer Therapieküche oder im Rahmen von Übungen zur sicheren Bewältigung typischer Alltagssituationen. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Alltagskompetenz.
Die geriatrische Tagesklinik verfügt über zehn Behandlungsplätze und ist in speziell ausgestatteten Räumlichkeiten untergebracht. Ein organisierter Fahrdienst stellt die Erreichbarkeit für die Patientinnen und Patienten sicher. Voraussetzung für die Aufnahme ist unter anderem eine begrenzte Fahrzeit sowie ausreichende Mobilität.
Die Zuweisung erfolgt in der Regel über niedergelassene Ärztinnen und Ärzte oder aus klinikinternen Bereichen wie Ambulanzen oder der Notaufnahme. Für das Krankenhausmanagement zeigt das Modell der geriatrischen Tagesklinik exemplarisch die wachsende Bedeutung sektorenübergreifender Versorgungsformen, die eine effiziente Nutzung stationärer Ressourcen unterstützen und gleichzeitig den steigenden Bedarf in der Altersmedizin adressieren.




