Fachkräftemonitoring 2026: Personalzuwachs in Kliniken – Fachkräftemangel bleibt strukturelles Problem
DKG sieht trotz steigender Beschäftigtenzahlen wachsende Herausforderungen durch Demografie und Bürokratie
Die Zahl der Beschäftigten in deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dennoch bleibt der Fachkräftemangel eines der zentralen Probleme im Gesundheitswesen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Fachkräftemonitoring 2026 der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), das am 19. März 2026 im Rahmen des DRG-Forums in Berlin vorgestellt wurde.
Wie die DKG in Kooperation mit dem Deutschen Krankenhausinstitut mitteilt, arbeiten aktuell rund 1,7 Millionen Menschen im Krankenhaussektor. Besonders stark gewachsen ist der Pflegedienst: Die Zahl der Vollzeitkräfte stieg in den vergangenen zehn Jahren um rund 90.000 auf knapp 409.000 im Jahr 2024. Auch im ärztlichen Dienst zeigt sich ein deutlicher Zuwachs um etwa 30.000 auf über 180.000 Vollzeitäquivalente. Parallel dazu ist die Zahl der Auszubildenden in der Pflege weiter gestiegen, mit zuletzt mehr als 64.000 Ausbildungsanfängerinnen und -anfängern im Jahr 2025.
Trotz dieser Entwicklung sieht die DKG keine Entwarnung. Hintergrund ist insbesondere der demografische Wandel. Nach Berechnungen der Untersuchung werden bis zum Jahr 2035 rund 300.000 Beschäftigte altersbedingt aus den Krankenhäusern ausscheiden. Damit droht eine erhebliche Personallücke, die durch den aktuellen Aufbau nicht kompensiert werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt des Monitorings liegt auf den Personalbemessungsinstrumenten. Laut Studie kritisieren 96 Prozent der Krankenhäuser den hohen bürokratischen Aufwand, der mit deren Anwendung verbunden ist. 89 Prozent halten die Instrumente zudem für unausgereift. Zwar erkennen 69 Prozent der Kliniken einen Nutzen in einheitlichen Planungsgrundlagen, jedoch sehen nur 48 Prozent darin ein geeignetes Instrument zur Sicherstellung der Personalausstattung in der direkten Patientenversorgung.
DKG-Vizevorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer betont in diesem Zusammenhang die strukturellen Herausforderungen: „Dass in den Krankenhäusern wieder mehr Menschen arbeiten, ist eine gute Entwicklung“, zugleich dürfe dies jedoch nicht über die Auswirkungen des demografischen Wandels hinwegtäuschen. Besonders kritisch bewertet sie die zunehmende Bürokratiebelastung, die zusätzliche Ressourcen bindet und die Versorgung erschwert.
Für Krankenhausmanagement und Gesundheitspolitik ergeben sich daraus klare Handlungsfelder. Neben der Sicherung des Fachkräftenachwuchses rückt insbesondere der Abbau administrativer Belastungen in den Fokus. Die Ergebnisse des Monitorings verdeutlichen, dass strukturelle Reformen notwendig sind, um die Personalsituation nachhaltig zu stabilisieren und die Versorgungsqualität langfristig zu sichern.




