BG Kliniken: Tarifeinigung mit 3 % Plus und deutlich höheren Schichtzulagen
Verhandlungskommission verständigt sich in zweiter Runde auf 18-monatige Laufzeit und strukturelle Anpassungen im TV-Ärzte BG Kliniken
Im Tarifkonflikt für Ärztinnen und Ärzte bei den BG Kliniken liegt eine Einigung vor. Wie aus einer Mitgliederinformation des Marburger Bundes vom 3. März 2026 hervorgeht, konnten sich die Verhandlungskommission und die Arbeitgeberseite bereits in der zweiten Runde auf die Eckpunkte einer Tarifeinigung verständigen. Der Tarifabschluss hat eine Gesamtlaufzeit von 18 Monaten.
Im Mittelpunkt der Einigung stehen strukturelle Änderungen bei Schicht- und Wechselschichtarbeit. Die Verhandlungskommission war ursprünglich mit der Forderung nach einer linearen Entgelterhöhung in die Tarifrunde gestartet, hatte jedoch frühzeitig auf einen erheblichen Abstand zu den Regelungen im Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände-Bereich hingewiesen.
Im kommunalen Bereich (TV-Ärzte/VKA) war Anfang 2025 eine stufenweise Angleichung und deutliche Anhebung der Zulagen vereinbart worden. Dieses Modell wird nun auf die BG-Kliniken übertragen – allerdings in einem einheitlichen Schritt zum Jahresbeginn 2027.
Konkret werden die bisherige Schichtzulage von 40 Euro sowie die Wechselschichtzulage von 105 Euro auf einheitlich 315 Euro pro Monat angehoben. Zugleich entfällt die Unterscheidung zwischen ständiger und nicht ständiger Schicht- bzw. Wechselschichtarbeit. Die bislang gezahlten stundenbezogenen Zuschläge (0,24 Euro bzw. 0,63 Euro pro Stunde) werden durch den pauschalen Monatsbetrag ersetzt. Damit kommt es faktisch zu einer Vervielfachung der bisherigen Zulagen und zu einer Vereinheitlichung der Systematik. Auch beim Zusatzurlaub werden die bisherigen Differenzierungen abgeschafft. Künftig entfällt die Unterscheidung zwischen ständiger und nicht ständiger Schicht- und Wechselschichtarbeit. Darüber hinaus wird die bisherige Voraussetzung gestrichen, wonach die Monate mit entsprechender Dienstform zusammenhängend sein mussten.
Aus Sicht des Krankenhausmanagements bedeutet dies eine Ausweitung potenzieller Zusatzurlaubsansprüche und damit perspektivisch einen höheren Bedarf an Ausgleichs- und Vertretungsregelungen.
Neben den strukturellen Anpassungen wurde eine lineare Entgelterhöhung von 3 Prozent rückwirkend zum 1. Februar 2026 vereinbart. Die Erhöhung wirkt sich auch auf Zuschläge sowie auf die Vergütung von Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften aus. Ab dem Jahr 2027 wird zudem ein zusätzlicher Urlaubstag gewährt. Der Anspruch auf Erholungsurlaub steigt damit auf 31 Tage pro Jahr.
Neu ist außerdem eine tarifliche Öffnungsklausel für mobiles Arbeiten. Ärztinnen und Ärzte sollen künftig grundsätzlich mobil arbeiten können, sofern betriebliche Regelungen dies vorsehen. Ziel ist es, die Betriebsparteien zu konkreten Ausgestaltungen zu ermutigen.
Mit einer Laufzeit von 18 Monaten ist die Tarifbindung vergleichsweise moderat ausgestaltet. Bereits im Sommer 2027 kann somit die nächste Tarifrunde beginnen. Für die BG Kliniken bedeutet der Abschluss insbesondere im Bereich der Schichtvergütung eine spürbare Kostensteigerung, die in den Wirtschaftsplanungen der kommenden Jahre zu berücksichtigen sein wird.




