Schlaganfallversorgung in Deutschland: Mechanische Thrombektomie bleibt auf hohem Niveau

DGNR und DeGIR verzeichnen erneut hohe Eingriffszahlen bei minimalinvasiver Schlaganfalltherapie

Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) und die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und Minimalinvasive Therapie (DeGIR) verweisen zum Tag gegen den Schlaganfall auf die weiterhin hohe Bedeutung der mechanischen Thrombektomie in der Schlaganfallversorgung in Deutschland. Aktuelle Auswertungen des gemeinsamen DeGIR-/DGNR-Interventionsregisters zeigen, dass die Zahl der minimalinvasiven Eingriffe auch im Jahr 2025 auf einem hohen Niveau geblieben ist.

Nach Angaben der Fachgesellschaften wurden bundesweit im Jahr 2025 insgesamt 19.181 mechanische Thrombektomien durchgeführt. Im Vorjahr lag die Zahl bei 18.891 Eingriffen. An der Datenerhebung beteiligten sich 338 Kliniken. Insgesamt wurden 28.018 neurovaskuläre Rekanalisationen im Register dokumentiert. Die Zahlen verdeutlichen nach Einschätzung der Fachgesellschaften die zentrale Rolle der interventionellen Neuroradiologie in der modernen Schlaganfalltherapie.

In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Die mechanische Thrombektomie kommt insbesondere bei Verschlüssen großer hirnversorgender Gefäße zum Einsatz und eignet sich Schätzungen zufolge für etwa acht bis zehn Prozent der Patientinnen und Patienten. Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird ein Katheter über die Leistenarterie bis in die Hirngefäße vorgeschoben, um das Blutgerinnsel mechanisch zu entfernen und den Blutfluss wiederherzustellen.

„Die mechanische Thrombektomie ist heute ein fester Bestandteil der Schlaganfalltherapie“, erklärt Peter Schramm, Präsident der DGNR und Neuroradiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Entscheidend für den Behandlungserfolg sei vor allem die schnelle Versorgung in spezialisierten Zentren. Nur wenn Diagnose und Therapie ohne Verzögerung erfolgen, könnten neurologische Folgeschäden begrenzt und die Chancen auf ein gutes Behandlungsergebnis verbessert werden.

Neben der mechanischen Thrombektomie spielen weiterhin auch medikamentöse Verfahren wie die Lysetherapie eine wichtige Rolle. Welche Therapie eingesetzt wird, hängt vom individuellen Befund sowie vom verfügbaren Zeitfenster nach Symptombeginn ab.

Die Fachgesellschaften betonen zudem die Bedeutung interdisziplinärer Versorgungsstrukturen. Radiologinnen und Radiologen sowie Neuroradiologinnen und Neuroradiologen übernehmen dabei zentrale Aufgaben in Diagnostik, Therapieentscheidung und interventioneller Behandlung. Gemeinsam mit der Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) wurde bereits 2014 ein strukturiertes Zertifizierungsprogramm für interventionelle Radiologie und Neuroradiologie etabliert. Dieses definiert Qualitätsstandards und ist eng mit den Stroke-Unit-Strukturen der Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) verknüpft.

Für die Weiterentwicklung der Schlaganfallversorgung spielt das DeGIR-/DGNR-Interventionsregister nach Angaben der Fachgesellschaften eine zentrale Rolle. Die standardisierte Erfassung der Eingriffe ermögliche eine kontinuierliche Qualitätskontrolle und die Analyse von Versorgungsentwicklungen. Ergänzend bietet die DeGIR-/DGNR-Zentrenkarte eine bundesweite Übersicht spezialisierter Behandlungszentren.

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