Postoperatives Delir bei älteren Patient:innen: Kliniken mit stark variierenden Raten – Risiko für Komplikationen deutlich erhöht

Eine aktuelle US-Studie in JAMA Network Open zeigt: Das postoperative Delir (POD) tritt bei rund 3,6 % älterer Patient:innen nach nicht-kardialen Operationen auf – und ist mit erheblich erhöhter Sterblichkeit und Komplikationsraten assoziiert. Die Häufigkeit schwankt erheblich zwischen Krankenhäusern.

Postoperatives Delir zählt zu den häufigsten neurokognitiven Komplikationen älterer Patient:innen nach operativen Eingriffen. Eine im Juli 2025 veröffentlichte Kohortenstudie in JAMA Network Open untersuchte rund 5,5 Millionen stationäre Fälle in den USA (2017–2020), in denen Patient:innen ≥ 65 Jahre nach nicht-kardialen Operationen behandelt wurden. Die Studie fand bei 3,6 % der Fälle ein POD – mit deutlicher Assoziation zu negativen Outcomes:

  • 30-Tage-Sterblichkeit: mehr als verdoppelt (aOR 2,77)
  • Schwere Komplikationen oder Tod während des Aufenthalts: deutlich erhöht (aOR 3,47)
  • Nicht-heimbasierte Entlassung: fast vervierfacht (aOR 3,96)

Die Inzidenz variierte stark zwischen den Kliniken, mit einem median odds ratio von 1,53 – selbst nach Adjustierung für Patientencharakteristika. Die Autor:innen weisen darauf hin, dass Unterschiede im Delir-Screening und in der Dokumentationspraxis diese Varianz mit erklären könnten. Eine Standardisierung der Erfassung und gezielte Präventionsmaßnahmen werden empfohlen.