Geburtenrückgang in Bayern 2025 – Sterbefallüberschuss erreicht historischen Höchststand
Landesamt für Statistik meldet deutlichen demografischen Einschnitt mit höchstem Sterbeüberschuss seit 1945
In Bayern ist die Zahl der Geburten im Jahr 2025 um gut drei Prozent gesunken. Gleichzeitig blieb die Sterbefallzahl auf hohem Niveau stabil, wodurch der Sterbefallüberschuss auf 33.505 Personen anstieg – der höchste Wert seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das geht aus aktuellen Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik hervor.
Im Jahr 2025 wurden in Bayern insgesamt 110.564 Kinder lebend geboren. Damit liegt die Geburtenzahl deutlich unter dem Vorjahreswert von 114.365 Neugeborenen. Der Rückgang um 3.801 Geburten entspricht einem Minus von rund 3,3 Prozent. Niedrigere Werte wurden zuletzt im Jahr 2013 registriert, als 109.562 Kinder geboren wurden. Die Zahl der Sterbefälle blieb im gleichen Zeitraum nahezu unverändert. Mit 144.069 Verstorbenen wurde der Vorjahreswert (144.061) nahezu exakt erreicht. Diese stabile Entwicklung bei gleichzeitig sinkenden Geburten führt zu einem deutlichen Ungleichgewicht in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung.
Der sogenannte Sterbefallüberschuss – also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen – steigt dadurch auf 33.505 Personen. Dieser Wert stellt laut Statistikamt den höchsten Stand seit dem Jahr 1945 dar, als der Überschuss bei 37.184 lag. Bereits seit dem Jahr 2001 verzeichnet Bayern durchgängig mehr Sterbefälle als Geburten.
Regional zeigt sich ein heterogenes Bild. Während in allen sieben Regierungsbezirken ein Rückgang der Geburtenzahlen zu beobachten ist, fallen die Unterschiede deutlich aus. Oberbayern verzeichnet mit minus 2,3 Prozent den geringsten Rückgang, während Oberfranken mit minus 5,3 Prozent den stärksten Rückgang aufweist. Trotz des landesweiten Trends gibt es einzelne Regionen mit steigenden Geburtenzahlen. Besonders starke Zuwächse meldeten unter anderem der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Deggendorf mit jeweils über sieben Prozent Plus. Auch einzelne Städte wie Ansbach und Schweinfurt verzeichneten einen Anstieg der Geburtenzahlen. Bei der Sterblichkeit zeigen sich ebenfalls regionale Unterschiede. Rückgänge wurden unter anderem in Niederbayern, Oberbayern und Schwaben festgestellt. Besonders deutlich fiel der Rückgang in einzelnen Städten wie Kempten (Allgäu) und Straubing aus.
Insgesamt bleibt die natürliche Bevölkerungsbilanz jedoch klar negativ. Lediglich in wenigen Regionen – darunter München, Freising, Regensburg und Ingolstadt – wurde ein Geburtenüberschuss festgestellt. Diese Ausnahmefälle ändern jedoch nichts am landesweiten Trend einer anhaltenden demografischen Schrumpfung.




