Geburtenziffer in Baden-Württemberg sinkt auf Tiefstand
Landkreis Rottweil mit höchster Geburtenrate, Großstädte deutlich unter Landesdurchschnitt
Die Geburtenziffer in Baden-Württemberg ist 2025 erneut gesunken und liegt nun bei 1,35 Kindern je Frau. Nach aktuellen Daten des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg wurde damit das Niveau von 2009 erreicht. Gleichzeitig zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede zwischen ländlichen Regionen und den großen Hochschul- und Universitätsstädten des Landes.
Die demografische Entwicklung in Baden-Württemberg setzt ihren rückläufigen Trend fort. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sank die zusammengefasste Geburtenziffer im Jahr 2025 auf 1,35 Kinder je Frau. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 1,39 gelegen. Damit bewegt sich die Geburtenrate auf einem der niedrigsten Niveaus der vergangenen Jahrzehnte und bleibt deutlich unter dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern je Frau, das für eine stabile Bevölkerungsentwicklung erforderlich wäre.
Zuletzt wurde dieser Wert in Baden-Württemberg im Jahr 1970 erreicht. Seitdem ist die Geburtenziffer langfristig rückläufig, auch wenn zwischenzeitlich – insbesondere bis 2021 – wieder höhere Werte verzeichnet wurden.
Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land
Innerhalb Baden-Württembergs zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Die höchste Geburtenziffer wurde 2025 im Landkreis Rottweil mit 1,71 Kindern je Frau registriert. Ebenfalls überdurchschnittliche Werte erreichten die Landkreise Göppingen, Heilbronn und der Main-Tauber-Kreis mit jeweils 1,53 Kindern je Frau. Auch der Landkreis Schwäbisch Hall sowie der Alb-Donau-Kreis lagen mit 1,52 deutlich über dem Landesdurchschnitt.
Am unteren Ende der Skala finden sich vor allem größere Städte und Hochschulstandorte. Die niedrigste Geburtenziffer verzeichnete Heidelberg mit lediglich 0,97 Kindern je Frau. Es folgen Freiburg im Breisgau mit 1,05 sowie Karlsruhe und Stuttgart mit 1,07 beziehungsweise 1,11 Kindern je Frau.
Nach Einschätzung der Statistiker spielt dabei weiterhin das sogenannte Land-Stadt-Gefälle eine wichtige Rolle. In Universitätsstädten leben überdurchschnittlich viele junge Frauen, die sich während Studium oder Berufseinstieg noch nicht für eine Familiengründung entscheiden.
Zahl der Geburten deutlich zurückgegangen
Die rückläufige Geburtenziffer spiegelt sich auch in den absoluten Geburtenzahlen wider. Im Jahr 2025 wurden in Baden-Württemberg rund 94.000 Kinder lebend geboren. Das waren knapp 3.500 weniger als im Vorjahr. Gegenüber dem Höchststand des Jahres 2021 ist die Zahl der Neugeborenen sogar um nahezu 19.500 zurückgegangen.
Ein weiterer Einflussfaktor ist die unterschiedliche Geburtenhäufigkeit deutscher und ausländischer Frauen. Während die Geburtenziffer bei ausländischen Frauen 2025 bei 1,68 Kindern je Frau lag, erreichten deutsche Frauen einen Wert von 1,26. Allerdings gingen die Geburtenraten in beiden Bevölkerungsgruppen gegenüber dem Vorjahr zurück.




