Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Neues Konsensuspapier von HNO und MKG veröffentlicht
Fachgesellschaften bekräftigen Eigenständigkeit und stärken Kooperation an anatomischen Schnittstellen
Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) haben ein gemeinsames Konsensuspapier vorgelegt. Das Dokument aktualisiert die Erklärung aus dem Jahr 2017 und definiert die strategische Zusammenarbeit in Bereichen wie Notfalldiensten, Zentrumsstrukturen und der Gesundheitspolitik neu.
Wie die beiden Fachgesellschaften im Januar 2026 bekannt gaben, basiert das neue Konsensuspapier auf der Erkenntnis, dass beide Fachgebiete trotz ihrer anatomischen Nähe aufgrund ihrer spezifischen Weiterbildungsstrukturen und wirtschaftlichen Grundlagen vollkommen eigenständig sind. Dennoch machen die komplexen Überschneidungen im Kopf-Hals-Bereich eine enge Abstimmung erforderlich.
Kernpunkte des Konsensuspapiers
Das Papier adressiert wesentliche strategische und operative Felder, die für die zukünftige Krankenhausplanung und die Versorgungsqualität von Bedeutung sind:
- Notfalldienste: Bestätigung der gleichberechtigten Notwendigkeit beider Fachgebiete zur Sicherstellung einer lückenlosen Akutversorgung.
- Zentrumsstrukturen: Förderung gemeinsam betriebener Zentren (z. B. Kopf-Hals-Tumorzentren), um die Expertise beider Disziplinen zu bündeln.
- Ökonomie & Politik: Bildung von Interessengemeinschaften gegenüber Kostenträgern und der Politik, um die wirtschaftliche Basis der chirurgischen Fächer zu stärken.
- Wissenschaftlicher Dialog: Fortführung der 2025 etablierten „Konsultationsgespräche der Präsidien“ sowie gegenseitige Kongress-Einladungen.
Statt in Konkurrenz um Fallzahlen in den Bereichen Traumatologie oder Tumorchirurgie zu treten, wird hier der Weg für interdisziplinäre Leistungsgruppen geebnet. Für Krankenhäuser bedeutet dies, dass die Vorhaltung beider Fachrichtungen kein „Entweder-oder“ sein muss, sondern in gemeinsamen Strukturen (wie einem zertifizierten Kopf-Zentrum) Synergien bei Personal und Gerätevorhaltung (z. B. OP-Mikroskope, Navigation) gehoben werden können.






