Kohlenmonoxid: Klinikeinweisungen in NRW steigen um acht Prozent
Langzeittrend zeigt deutlichen Rückgang, doch Suizidrate bleibt kritischer Faktor
Die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen aufgrund von Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2024 moderat angestiegen. Wie das Statistische Landesamt (IT.NRW) am 26. Januar 2026 mitteilte, wurden 513 Menschen vollstationär behandelt – ein Zuwachs von 8,2 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses kurzfristigen Anstiegs zeichnet der Zehnjahresvergleich ein positives Bild: Seit 2014 sank die Zahl der Behandlungsfälle um insgesamt 44,2 %.
Häufige Ursachen für Unfälle sind defekte Heizungsanlagen, verstopfte Schornsteine, Wohnungsbrände oder die lebensgefährliche Nutzung von Grills in Innenräumen. Regional zeigten sich 2024 deutliche Unterschiede: Während Bottrop mit 7,6 Fällen je 100.000 Einwohner die höchste Quote verzeichnete, meldete Mülheim an der Ruhr keinen einzigen stationären Fall.
Todesfälle: Besorgniserregender Anteil an Suiziden
Obwohl sich die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu 2014 fast halbiert hat, starben im Jahr 2024 insgesamt 81 Menschen in NRW an den Folgen einer CO-Exposition. Das entspricht einem Anstieg von 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders erschütternd ist die statistische Auswertung der Todesursachen: Über drei Viertel (76,5 %) der Sterbefälle waren auf Suizide zurückzuführen. Dies unterstreicht, dass Kohlenmonoxid nicht nur ein technisches Sicherheitsrisiko darstellt, sondern auch im Kontext der psychischen Krisenintervention eine Rolle spielt.





