Hamburg verzeichnet 2024 über 200 Suizidsterbefälle

Gesundheitsberichterstattung zeigt deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht

In Hamburg sind im Jahr 2024 insgesamt 202 Menschen infolge vorsätzlicher Selbstbeschädigung verstorben. Das geht aus aktuellen Daten der Gesundheitsberichterstattung hervor. Besonders auffällig sind die deutlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie die steigenden Suizidraten im höheren Lebensalter.

Nach Angaben der Gesundheitsberichterstattung Hamburg starben im Jahr 2024 insgesamt 202 Menschen durch Suizid. Davon entfielen 119 Todesfälle auf Männer und 83 auf Frauen. Die geschlechtsspezifische Mortalitätsrate lag bei Männern bei 13,1 Todesfällen je 100.000 Einwohner und damit deutlich über der Rate bei Frauen mit 8,8 Todesfällen je 100.000 Einwohnerinnen.

Die Zahlen verdeutlichen insbesondere im höheren Lebensalter ein erhöhtes Risiko. Bei Männern wurden die höchsten Sterberaten in der Altersgruppe der 85- bis 89-Jährigen registriert. Dort lag die Rate bei 98 Suizidsterbefällen je 100.000 männlicher Einwohner. Auch bei Frauen nahm die Sterblichkeit mit zunehmendem Alter deutlich zu. In der Altersgruppe ab 90 Jahren wurde bei Frauen eine Rate von 58,6 Todesfällen je 100.000 Einwohnerinnen ausgewiesen.

Besonders häufig betroffen waren ältere Menschen zwischen 75 und 89 Jahren. So starben beispielsweise 15 Frauen im Alter von 80 bis 84 Jahren sowie 14 Männer zwischen 85 und 89 Jahren infolge vorsätzlicher Selbstbeschädigung.

Die Daten zeigen zudem, dass ein erheblicher Teil der Suizidsterbefälle auf Selbstvergiftungen mit Medikamenten oder Drogen zurückzuführen war. Insgesamt wurden 44 Todesfälle bei Frauen sowie 28 Todesfälle bei Männern in diesem Zusammenhang erfasst. Grundlage der Auswertung sind die ICD-10-Codes X60 bis X64 für vorsätzliche Selbstvergiftungen.

Im jüngeren Lebensalter wurden deutlich weniger Fälle registriert. Für Kinder unter zehn Jahren weist die Statistik definitionsgemäß keine Suizidfälle aus. Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen lagen die Fallzahlen niedrig beziehungsweise wurden aus Datenschutzgründen teilweise nicht veröffentlicht.

Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Bedeutung psychiatrischer und psychosozialer Versorgungsangebote sowie präventiver Maßnahmen insbesondere für ältere Menschen. Für das Gesundheitswesen und die Versorgungsplanung bleiben psychische Erkrankungen, soziale Isolation und Suchterkrankungen zentrale Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert