Kaiserschnittquote in Hamburg und Schleswig-Holstein steigt
Statistikamt Nord meldet hohe Anteile bei Krankenhausgeburten im Jahr 2024
Die Kaiserschnittquote ist in Hamburg und Schleswig-Holstein im Jahr 2024 erneut leicht gestiegen. Wie das Statistikamt Nord mitteilt, wurden in Hamburg 36,4 Prozent aller Krankenhausgeburten per Kaiserschnitt durchgeführt. In Schleswig-Holstein lag der Anteil bei 33,8 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert.
Im Jahr 2024 brachten 21.700 Frauen in Hamburger Krankenhäusern ein Kind zur Welt. Bei 36,4 Prozent der Entbindungen erfolgte die Geburt per Kaiserschnitt. Gegenüber dem Vorjahr mit 36,2 Prozent ist dies ein leichter Anstieg. Gleichzeitig handelt es sich um den zweithöchsten bisher erfassten Wert nach 36,5 Prozent im Jahr 2022. Neben den Kaiserschnitten wurden 7,4 Prozent der Kinder mithilfe einer Saugglocke (Vakuumextraktion) geboren. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 8,0 Prozent. Darüber hinaus registrierten die Hamburger Krankenhäuser 16 Zangengeburten.
Auch in Schleswig-Holstein nahm der Anteil der Kaiserschnittgeburten weiter zu. Von insgesamt 17.774 Frauen, die 2024 in einem Krankenhaus entbanden, erhielten 33,8 Prozent einen Kaiserschnitt. Gegenüber dem Vorjahr (33,6 Prozent) entspricht dies einem leichten Anstieg und zugleich dem bislang höchsten Wert im nördlichsten Bundesland. Der Anteil der Geburten mittels Vakuumextraktion lag bei 6,6 Prozent und damit geringfügig über dem Vorjahreswert von 6,4 Prozent. Insgesamt wurden 20 Entbindungen mithilfe einer Geburtszange durchgeführt.
Die Entwicklung der Kaiserschnittquote wird seit Jahren aufmerksam beobachtet. Zwar kann ein Kaiserschnitt in zahlreichen medizinischen Situationen für Mutter und Kind die sicherste Geburtsmethode darstellen, gleichzeitig diskutieren Fachgesellschaften regelmäßig über die Gründe für steigende Operationsraten. Zu den Einflussfaktoren zählen unter anderem das steigende Alter werdender Mütter, Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten sowie individuelle medizinische Indikationen. Auch organisatorische Rahmenbedingungen und die personelle Ausstattung geburtshilflicher Abteilungen können Einfluss auf die Versorgungsrealität haben.




