Geburtenzahl in Berlin auf historischem Tiefstand
Zahl der Geburten sinkt erneut deutlich – Sterbeüberschuss bleibt in der Hauptstadt bestehen
Die Zahl der Geburten in Berlin ist 2025 erneut deutlich zurückgegangen und hat einen neuen Tiefstand erreicht. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 33.240 Geburten registriert. Das entspricht einem Rückgang um 1.708 Kinder beziehungsweise 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert zugleich den niedrigsten Stand seit Beginn der Einwohnerregisterstatistik.
Parallel dazu sank auch die Zahl der Sterbefälle um 4,3 Prozent auf 37.899 Todesfälle. Dennoch blieb das sogenannte Geburtendefizit nahezu unverändert: Insgesamt starben 4.659 Menschen mehr als geboren wurden. Bereits 2024 hatte der Sterbeüberschuss bei 4.664 gelegen.
Der Geburtenrückgang zeigte sich in sämtlichen Berliner Bezirken, allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Besonders stark betroffen waren Reinickendorf mit einem Minus von 8,3 Prozent sowie die bevölkerungsreichen Bezirke Pankow (−7,5 Prozent) und Mitte (−7,2 Prozent). Den geringsten Rückgang verzeichnete Marzahn-Hellersdorf mit minus 1,7 Prozent.
Innerhalb der Bezirke entwickelten sich die einzelnen Planungsräume teilweise sehr unterschiedlich. In Reinickendorf sank die Zahl der Geburten insbesondere in Wittenau Süd drastisch. Dort wurden 48,6 Prozent weniger Kinder geboren als im Vorjahr. Gleichzeitig meldeten andere Planungsräume wie Lübarser Straße (+75 Prozent) oder Reinickes Hof (+60 Prozent) deutliche Zuwächse.
Auch in Mitte zeigte sich ein heterogenes Bild. Während in vielen Bereichen des Wedding die Geburtenzahlen zweistellig zurückgingen, registrierten Quartiere rund um die Karl-Marx-Allee ein Geburtenplus von über zehn Prozent. Im Bezirk Pankow waren insbesondere Gebiete rund um den Weißen See betroffen. Im Planungsraum Bühringstraße lag der Rückgang bei 26,6 Prozent. Dagegen wurden in der Ostseestraße im Prenzlauer Berg 31,9 Prozent mehr Geburten verzeichnet.
Auffällig bleibt zudem die unterschiedliche demografische Entwicklung in den Bezirken. Während in Steglitz-Zehlendorf in 41 von 44 Planungsräumen mehr Menschen starben als geboren wurden, wiesen Bezirke wie Mitte oder Friedrichshain-Kreuzberg teilweise deutliche Geburtenüberschüsse auf. Besonders positiv entwickelte sich der Planungsraum Arkonaplatz in Mitte mit einem Überschuss von 96 Geburten. Im Gleisdreieck in Friedrichshain-Kreuzberg lag der Saldo bei plus 46.
Die Entwicklung dürfte auch Auswirkungen auf die Gesundheits- und Versorgungsplanung haben. Sinkende Geburtenzahlen beeinflussen langfristig die Bedarfsplanung in Geburtshilfe, Pädiatrie, Kitas und Schulen. Gleichzeitig verdeutlicht die regionale Spreizung innerhalb Berlins, dass demografische Entwicklungen zunehmend quartiersbezogen betrachtet werden müssen.




