Alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen in NRW 2024 weiter rückläufig
Vollstationäre Behandlungen und Sterbefälle sinken, Männer deutlich häufiger betroffen
In Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2024 insgesamt 63.151 Menschen aufgrund der Folgen übermäßigen Alkoholkonsums vollstationär im Krankenhaus behandelt worden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) mitteilt, entspricht dies einem Rückgang von 1,4 % gegenüber 2023. Damit setzt sich der seit Beginn der Corona-Pandemie beobachtete Abwärtstrend fort.
Diagnosen und Altersstruktur
Die Mehrheit der Behandlungen (82,6 %) erfolgte aufgrund „Psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol“, wie Abhängigkeit, akute Intoxikation oder Entzug. Weitere 16,7 % der Patientinnen und Patienten wurden wegen alkoholbedingter Schäden am Verdauungssystem behandelt, darunter Leber-, Magen- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen.
Fast die Hälfte der Betroffenen (47,1 %) war 35 bis 54 Jahre alt. Die Altersgruppe 55 bis unter 75 Jahre machte 34,0 % der Fälle aus, während 18- bis 34-Jährige 14,2 % stellten. Männer waren mit 72,6 % deutlich häufiger betroffen als Frauen.
Sterbefälle
2024 starben 2.693 Menschen in NRW an den Folgen von Alkoholmissbrauch, davon 72,7 % Männer. Dies entspricht 1,2 % aller Sterbefälle im Bundesland oder etwa 15 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich zu 2023 sank die alkoholbedingte Sterberate um 4,2 %, und im Vergleich zu 2014 liegt sie um 6,4 % niedriger.
53,0 % der alkoholbedingten Todesfälle waren auf Schäden am Verdauungssystem zurückzuführen, 43,5 % auf psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei 63,3 Jahren – rund 16 Jahre niedriger als das Durchschnittsalter aller Verstorbenen.






