Universitätsklinikum Leipzig: Personal- und Entgeltsituation verbessert, Warnstreiks nicht direkt betroffen
UKL hebt sich durch Haustarifvertrag und Personalaufbau positiv von anderen Kliniken ab
Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) verzeichnet in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte bei Personalaufbau und Entgelten, während Warnstreiks am Haus auf Partizipation und nicht auf laufende Tarifverhandlungen zurückgehen. Wie das UKL in einer aktuellen Stellungnahme erläutert, ist der gültige Haustarifvertrag am UKL nicht Teil der aktuellen TV-L-Tarifauseinandersetzung, sodass die Klinik nicht direkt betroffen ist.
Im Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung stieg die Zahl der Beschäftigten in den letzten fünf Jahren um 23 Prozent. Allein der Pflegedienst wurde im vergangenen Jahr um 142 Vollkräfte verstärkt, ein Plus von 9 Prozent gegenüber 2024. Seit 2020 wuchs die Zahl der Vollkräfte im Pflegebereich um insgesamt 31 Prozent, während sich der Case-Mix, also die schweregradgewichtete Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten, weitgehend stabil hielt.
Diese Personalmaßnahmen wirken sich positiv auf die Arbeitsbelastung aus: Zwischen Januar und September 2025 wurden die Pflegepersonaluntergrenzen in 41 von 42 relevanten Bereichen eingehalten, der Durchschnitt über alle Bereiche liegt sogar über den Vorgaben. Beim deutschlandweiten Pflegepersonalquotienten des InEK liegt das UKL mehr als 10 Prozent über dem Durchschnitt aller Universitätsklinika.
Die Entgeltsituation zeigt ebenfalls Aufwärtsbewegung: In den letzten drei Jahren stiegen die Tabellenentgelte des TV UKL durchschnittlich um 12,8 Prozent, ergänzt durch steuerfreie Inflationsausgleichszahlungen von insgesamt 3.000 Euro. Durch die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 38,5 Stunden stiegen die Stundenentgelte um weitere 3,8 Prozent. Für Auszubildende liegen die Entgelte am UKL bereits deutlich über dem Niveau des TV-L.
Der UKL-Haustarifvertrag (HTV) bietet zusätzliche Vorteile gegenüber dem TV-L: Dazu gehören neben der reduzierten Arbeitszeit eine eigene Entgeltordnung, Pflegezulagen für weitere Berufsgruppen, Vier-Monats-Dienstpläne für mehr Planungssicherheit, Dienstradleasing sowie die Möglichkeit zum Abschluss eines Zeitwertkontos.
Die Klinik betont, dass Belastungsspitzen trotz der positiven Entwicklung weiterhin bestehen, die Gesamtsituation jedoch im Vergleich zu anderen Krankenhäusern als überdurchschnittlich gut bewertet wird.






