Statement zur Entwicklung des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg

Bürgermeister André Stahl bedauert das Aus zum 1. Oktober und sieht Fachkräftemangel, sinkende Geburtenzahlen und politische Rahmenbedingungen als Ursachen

Am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg endet zum 1. Oktober 2026 die stationäre Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Bernaus Bürgermeister André Stahl bezeichnet die Schließung nach mehr als 116 Jahren als schmerzhaften Einschnitt für die Stadt. Zugleich betont er, dass die übrige medizinische Versorgung am Klinikum einschließlich Herzzentrum und Kinder- und Jugendmedizin erhalten bleibt.

Die bevorstehende Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie am Immanuel Klinikum Bernau sorgt auch bei der Stadt für deutliche Reaktionen. Bürgermeister André Stahl bedauert die Entscheidung und verweist auf die besondere Bedeutung der Geburtsstation für Bernau.

Nach mehr als 116 Jahren werden damit künftig keine Kinder mehr im Bernauer Krankenhaus geboren. Stahl bezeichnet die Geburtsstation als identitätsstiftend für viele Menschen in der Stadt und dankt den Hebammen, Ärzten und Pflegekräften für ihre langjährige Arbeit. Nach Darstellung des Bürgermeisters hatte die Klinikleitung in den vergangenen Monaten und Jahren versucht, die Schließung abzuwenden. Dazu gehörten insbesondere Maßnahmen zur Personalgewinnung und organisatorische Anpassungen.

Als Ursachen für das Aus nennt Stahl mehrere Faktoren. Neben dem Fachkräftemangel und rückläufigen Geburtenzahlen verweist er auf gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie die bevorstehenden strukturellen Anforderungen der Krankenhausreform. Die Kombination dieser Faktoren habe eine Situation geschaffen, die das Klinikum nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht mehr allein habe lösen können. Die Entwicklung in Bernau sei dabei kein Einzelfall. Auch an anderen Krankenhausstandorten seien geburtshilfliche Angebote in den vergangenen Jahren geschlossen oder konzentriert worden.

Die Schließung fügt sich damit in die zunehmende Neuordnung der Brandenburger Krankenhauslandschaft ein. Zuletzt hatte auch ver.di Berlin-Brandenburg die Veränderungen in der Geburtsmedizin in Bernau sowie weitere Klinikschließungen und Standortrestrukturierungen zum Anlass genommen, eine stärkere Beteiligung der Beschäftigten an solchen Prozessen zu fordern.

Ungeachtet des Wegfalls von Frauenheilkunde und Geburtshilfe betont die Stadt, dass die weitere medizinische Versorgung am Standort gesichert bleibe. Das Immanuel Klinikum Bernau soll seine Funktion als Krankenhaus und Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg fortführen.

Zu den weiterhin bestehenden Schwerpunkten gehört insbesondere das Herzzentrum Brandenburg. Auch die chirurgische und internistische Versorgung sollen unverändert fortgeführt werden. Von besonderer Bedeutung für Familien ist zudem der Fortbestand der Kinder- und Jugendmedizin. Die entsprechende Abteilung bleibt nach Angaben der Stadt erhalten. Gemeinsam mit Kinderrettungsstelle und Hochschulambulanz soll sie die pädiatrische Versorgung weiterhin gewährleisten.

Die Stadt Bernau will sich nach Aussage Stahls dafür einsetzen, das Immanuel Klinikum als Universitätsklinikum mit seinem Versorgungsauftrag weiter zu stärken und gleichzeitig dessen medizinische Profilierung zu unterstützen.

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