Städtisches Klinikum Braunschweig plant Zentralklinikum am Standort Fichtengrund
Aufsichtsrat beschließt strategischen Wechsel vom Zwei-Standorte- zum Ein-Standort-Konzept
Das Städtisches Klinikum Braunschweig (skbs) richtet seine zukünftige Entwicklung auf ein Zentralklinikum aus. Der Aufsichtsrat des Klinikums hat einer entsprechenden Beschlussvorlage zugestimmt und damit die strategische Weiterentwicklung vom bisherigen Zwei-Standorte-Konzept hin zu einem Ein-Standort-Modell beschlossen.
Langfristiges Ziel ist die vollständige Bündelung aller medizinischen und nicht-medizinischen Leistungen am Standort Fichtengrund 1. Durch die Konzentration auf einen zentralen Standort sollen Prozesse vereinfacht, Abläufe besser aufeinander abgestimmt und die medizinische Versorgung weiterentwickelt werden.
„Die Konzentration an einem Standort schafft die Voraussetzungen für ein reibungsloseres Arbeiten, höhere Prozessqualität und eine zukunftsfähige medizinische Versorgung“, erklärt Alina Dahmen, die Anfang Mai 2026 die medizinische Geschäftsführung des Hauses übernommen hat. Im nächsten Entwicklungsschritt soll insbesondere der Ausbau des Standortes Fichtengrund 1 sowie die Errichtung des Neubaus Nord vorangetrieben werden.
Die Finanzierung des Vorhabens soll nach Angaben des Klinikums maßgeblich über den geplanten Transformationsfonds von Bund und Ländern erfolgen. Der Fonds ist Teil der Krankenhausreform und soll Investitionen in Neubauten, Standortkonzentrationen und die Neuordnung von Versorgungsstrukturen fördern. Bundesweit stehen hierfür in den kommenden zehn Jahren bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung.
„Das skbs sieht in der Finanzierung des Zentralklinikums über den Fonds den Weg, ein schlüssiges, langfristig tragfähiges Gesamtkonzept umzusetzen und damit die medizinische Versorgung nachhaltig auf einem universitären Niveau zu halten“, erläutert Jan-Olaf Klok. Entsprechende Förderanträge sollen im weiteren Verlauf des Jahres gestellt werden.
Die Umsetzung des Projekts ist langfristig angelegt. Der Neubau Süd soll voraussichtlich in den Jahren 2030 beziehungsweise 2031 in Betrieb gehen. Für den geplanten Neubau Nord wird derzeit eine Inbetriebnahme im Jahr 2037 angestrebt. Anschließend soll das sogenannte Baufeld West entwickelt werden, das Flächen für Verwaltung und zentrale Infrastruktur bieten soll. Der Zielhorizont hierfür liegt nach aktuellen Planungen im Jahr 2042.
Mit dem Strategiewechsel folgt das Klinikum dem bundesweiten Trend zur stärkeren Zentralisierung stationärer Versorgungsstrukturen. Hintergrund sind unter anderem die Anforderungen der Krankenhausreform, wirtschaftlicher Druck sowie die zunehmende Spezialisierung medizinischer Leistungen.





