Sachsen-Anhalt fördert Ausbau der Notaufnahme am Harzklinikum mit 6,3 Millionen Euro
Investition soll Infektionsschutz stärken und neue sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen vorbereiten
Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Erweiterung der zentralen Notaufnahme am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben mit 6,3 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen. Ziel der Investition am Standort Quedlinburg ist die Weiterentwicklung der Notfallversorgung sowie die Vorbereitung künftiger sektorenübergreifender Strukturen.
Die Förderung soll dazu beitragen, die Notaufnahme des Harzklinikums strukturell an zukünftige Anforderungen anzupassen und gleichzeitig Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie in die Versorgungsplanung einzubeziehen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen in den kommenden Monaten neue isolierfähige Funktionsbereiche geschaffen werden, um eine räumliche Trennung infektiöser und nicht infektiöser Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.
Darüber hinaus sind zusätzliche Verkehrs- und Bewegungsflächen vorgesehen, die eine effizientere Patientensteuerung und optimierte Arbeitsabläufe unterstützen sollen. Ebenfalls geplant sind bauliche Voraussetzungen, die künftig eine stärkere Integration ambulanter Notfallstrukturen ermöglichen.
Petra Grimm-Benne betonte den Zusammenhang zwischen den Erfahrungen der Pandemie und den aktuellen Investitionen. Die während der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse hätten gezeigt, wie wichtig belastbare Strukturen im Bereich des Infektionsschutzes und der Notfallversorgung seien.
Nach Angaben des Harzklinikums war die Situation in den Notaufnahmen an den Standorten Quedlinburg und Wernigerode zuletzt durch hohe Auslastungen geprägt. Geschäftsführer Dr. Matthias Voth verwies auf zeitweise erhebliche Belastungen der Versorgungsstrukturen. Mit der Förderung würden nun räumliche Voraussetzungen geschaffen, die sowohl die Patientenversorgung als auch die Arbeitsbedingungen verbessern könnten.
Das Harzklinikum zählt zu den größten kommunalen Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt und versorgt jährlich rund 100.000 Patientenfälle. Davon entfallen nach Angaben des Klinikums etwa 30.000 auf stationäre und rund 70.000 auf ambulante Behandlungen. Mehr als die Hälfte der stationären Aufnahmen erfolgt über die Notaufnahmen. An den Standorten Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg sind rund 2.400 Mitarbeitende beschäftigt.
Die Investition verdeutlicht zugleich einen zunehmenden Trend im Krankenhauswesen: Notaufnahmen werden nicht mehr ausschließlich als klassische Akutstrukturen betrachtet, sondern zunehmend als Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung weiterentwickelt.




