Rems-Murr-Kliniken eröffnen drittes Ambulantes OP-Zentrum
Neuer Standort in Winnenden stärkt Ambulantisierung und regionale Versorgung
Die Rems-Murr-Kliniken haben in Winnenden ihr drittes Ambulantes OP-Zentrum (AOP-Zentrum) eröffnet. Nach den Standorten Backnang und Schorndorf erweitert der Klinikverbund damit seine ambulanten Operationskapazitäten im Gesundheitszentrum auf dem Campus des Klinikums Winnenden. Ziel ist die stärkere Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung im Zuge der fortschreitenden Ambulantisierung im Gesundheitswesen.

Chefärzte der Rems-Murr-Kliniken im neuen Ambulanten OP-Zentrum Winnenden: Dr. Christophe Müller (2. v. l.) zeigt gemeinsam mit Geschäftsführer André Mertel, Landrat Dr. Richard Sigel sowie den Chefärzten Marc Burghartz, Heinz-Georg Emunds und Stefan Strepp moderne OP-Technik.
Foto: Rems-Murr-Kliniken / Fuchs
Im neuen AOP-Zentrum werden Eingriffe in den Bereichen Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Urologie durchgeführt. Die Einrichtung verfügt nach Angaben des Klinikverbunds über moderne Operations- und Überwachungsbereiche sowie separate Aufwachkapazitäten für ambulant operierte Patientinnen und Patienten. Nach kurzen Nachbeobachtungszeiten sollen viele Behandlungen noch am selben Tag abgeschlossen werden können.
Der Ausbau ambulanter Operationsstrukturen ist Teil der strategischen Neuausrichtung der Rems-Murr-Kliniken. Hintergrund sind gesundheitspolitische Entwicklungen zur Verlagerung geeigneter Eingriffe aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Gleichzeitig sollen vorhandene stationäre OP-Kapazitäten stärker für komplexe Eingriffe und Notfälle freigehalten werden.
Nach Angaben von Richard Sigel wurden die Gesundheitszentren in Backnang, Schorndorf und Winnenden gezielt für die Ambulantisierung medizinischer Leistungen weiterentwickelt. Die Einrichtungen ergänzen die stationären Klinikangebote sowie die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) des Verbunds.
Bereits zuvor hatten die Rems-Murr-Kliniken ambulante Operationskapazitäten in Backnang modernisiert und Anfang 2026 ein weiteres AOP-Zentrum in Schorndorf eröffnet. Parallel wurde die ambulante Versorgungsstruktur durch mehrere Medizinische Versorgungszentren erweitert, unter anderem in den Bereichen Orthopädie, Chirurgie, Frauenheilkunde und Kinder- und Jugendmedizin.
Für das Krankenhausmanagement gewinnen solche sektorenübergreifenden Strukturen zunehmend an Bedeutung. Ambulante Operationszentren gelten als wichtiger Baustein zur Umsetzung der Krankenhausreform und zur wirtschaftlichen Stabilisierung von Klinikverbünden. Durch die Verlagerung geeigneter Eingriffe in spezialisierte ambulante Einheiten sollen stationäre Ressourcen effizienter genutzt werden.
Auch wirtschaftlich sehen die Verantwortlichen Vorteile. Nach Angaben von Klinikgeschäftsführer André Mertel lassen sich bestimmte Eingriffe ambulant wirtschaftlicher durchführen als im stationären Zentral-OP. Gleichzeitig könnten zusätzliche OP-Kapazitäten geschaffen und stationäre Bereiche entlastet werden.
Aus medizinischer Sicht betonen die Verantwortlichen die Möglichkeit, standardisierte und weniger komplexe Eingriffe in spezialisierten ambulanten Strukturen mit kurzen Wegen und schlanken Abläufen umzusetzen. Dadurch könne die Versorgungsqualität gesichert und gleichzeitig die Aufenthaltsdauer für Patientinnen und Patienten reduziert werden.
Die Rems-Murr-Kliniken positionieren ihre AOP-Zentren und MVZ-Strukturen damit als zentrale Elemente ihrer langfristigen ambulanten Zukunftsstrategie im regionalen Gesundheitsnetzwerk.




