OSK respektiert Entscheidung des Bodenseekreises zugunsten von AMEOS
Kreistag entscheidet sich im Bieterverfahren um den Medizin Campus Bodensee knapp gegen die Oberschwabenklinik
Der Kreistag des Bodenseekreises hat im laufenden Bieterverfahren um den Medizin Campus Bodensee eine Grundsatzentscheidung getroffen. Mit 30 zu 27 Stimmen votierten die Kreisräte für ein Angebot des privaten Klinikbetreibers AMEOS und gegen eine Kooperation mit der Oberschwabenklinik (OSK).
Die OSK erklärte im Anschluss, die Entscheidung des Kreistags zu respektieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende der OSK und Landrat des Landkreises Ravensburg, Harald Sievers, betonte, man habe in den vergangenen Monaten intensiv an einem langfristig tragfähigen Konzept für die regionale Gesundheitsversorgung gearbeitet. Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten für ihr Engagement im Prozess.
Nach Angaben der OSK habe die Entscheidung keine Auswirkungen auf die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Klinikverbundes. Sievers erklärte, der Fokus liege weiterhin auf einer verlässlichen medizinischen Versorgung im Landkreis Ravensburg sowie auf der zukunftsfähigen Weiterentwicklung der eigenen Standorte. Auch ohne einen Klinikverbund zwischen Friedrichshafen, Ravensburg und Wangen wolle die OSK ihre Rolle in der regionalen Versorgung beibehalten. Geschäftsführer Franz Huber verwies in diesem Zusammenhang auf die bestehenden Medizinischen Versorgungszentren der OSK in Friedrichshafen und Tettnang.
Darüber hinaus würden bereits heute zahlreiche Patientinnen und Patienten aus dem Bodenseekreis im Westallgäu-Klinikum sowie im St. Elisabethen-Klinikum behandelt, insbesondere im Bereich hoch spezialisierter Medizin. Diese medizinischen Verbindungen innerhalb der Region würden auch künftig eine wichtige Rolle spielen.
Die Entscheidung des Kreistags gilt als wichtiger Schritt für die zukünftige Struktur der stationären Versorgung im Bodenseeraum. Der Medizin Campus Bodensee mit seinen Standorten in Friedrichshafen und Tettnang befindet sich seit längerem in einem strategischen Neuordnungsprozess.
Mit dem Votum zugunsten von AMEOS zeichnet sich nun eine privatwirtschaftliche Perspektive für die weitere Entwicklung des Klinikverbundes ab. Die OSK hingegen positioniert sich weiterhin als kommunaler Gesundheitsversorger mit regionalem Schwerpunkt im Landkreis Ravensburg.
Zugleich unterstrich OSK-Geschäftsführer Franz Huber die Bedeutung des Klinikverbundes als Arbeitgeber in der Region. Mitarbeitende und Interessierte seien weiterhin willkommen und könnten auch künftig auf berufliche Perspektiven innerhalb der Oberschwabenklinik setzen.




