AMEOS übernimmt operativen Betrieb des Klinikums Friedrichshafen
Übernahme erfolgt im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und sichert Zukunftsperspektive für den Klinikstandort
Die AMEOS Gruppe hat zum 1. August 2026 den operativen Betrieb der Klinikum Friedrichshafen GmbH übernommen. Die Übernahme erfolgt im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens und betrifft einen Klinikstandort mit rund 1.350 Mitarbeitenden und 370 Betten. Nach Angaben des Sachwalters schafft der Betreiberwechsel eine Perspektive für die Zukunft des Klinikums.
Mit dem 1. August 2026 hat die AMEOS Gruppe den operativen Betrieb der Klinikum Friedrichshafen GmbH übernommen. Der Klinikstandort verfügt über rund 370 Betten und behandelt Patienten unter anderem in den Bereichen Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Innere Medizin sowie Kinder- und Jugendmedizin.
Die Klinikum Friedrichshafen GmbH ist zugleich Obergesellschaft des Klinikverbunds Medizin Campus Bodensee. Darüber hinaus ist sie Alleingesellschafterin mehrerer Gesellschaften, darunter der Medizinisches Versorgungszentrum GmbH am Klinikum Friedrichshafen, und Hauptgesellschafterin der Klinik Tettnang GmbH. Die Übernahme des operativen Betriebs durch AMEOS ist damit für die regionale Krankenhausstruktur von erheblicher Bedeutung.
AMEOS betreibt zahlreiche Krankenhäuser sowie Einrichtungen in den Bereichen Pflege und Eingliederungshilfe im deutschsprachigen Raum. Mit dem Einstieg in Friedrichshafen erweitert die Gruppe ihre operative Präsenz im Krankenhaussektor.
Insolvenzverfahren nach drohender Zahlungsunfähigkeit
Dem Betreiberwechsel war ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung vorausgegangen. Die Klinikum Friedrichshafen GmbH hatte am 5. November 2025 einen entsprechenden Antrag gestellt. Hintergrund waren nach Unternehmensangaben eingestellte und gekürzte Zuschüsse zur Finanzierung des Klinikbetriebs, wodurch eine Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft drohte.
Mit Beschlüssen vom 1. Februar 2026 eröffnete das Amtsgericht Ravensburg das Insolvenzverfahren. Dr. Rainer Eckert, Gründungspartner der Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB, wurde zum Sachwalter bestellt. Zusätzlich wurde ein Gläubigerausschuss eingesetzt.
Im Verfahren wurde die Klinikum Friedrichshafen GmbH unter anderem von Generalhandlungsbevollmächtigten und externen Beratern begleitet. Der Finanzdienstleister WMCF GmbH unterstützte den Investorenprozess, der schließlich zur Übernahme des operativen Betriebs durch die AMEOS Gruppe führte.
Geschäftsbetrieb wurde fortgeführt
Der laufende Geschäftsbetrieb des Klinikums wurde nach Angaben der Beteiligten bereits seit der Anordnung der vorläufigen Verwaltung uneingeschränkt fortgeführt. Die Übernahme durch AMEOS soll nun eine langfristige Perspektive für den Standort schaffen.
Sachwalter Dr. Rainer Eckert bewertet den Betreiberwechsel entsprechend positiv. Die Übernahme durch die AMEOS Gruppe schaffe für die Klinikum Friedrichshafen GmbH eine Perspektive für die Zukunft.
Für den Krankenhausstandort und die regionale Gesundheitsversorgung bedeutet der Abschluss des Investorenprozesses zunächst eine Stabilisierung der Betreiberstruktur. Gleichzeitig steht der neue Betreiber vor der Aufgabe, den Klinikbetrieb wirtschaftlich nachhaltig aufzustellen und die medizinische Versorgung langfristig abzusichern.
Die Übernahme fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen im deutschen Krankenhaussektor. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, notwendige Investitionen und strukturelle Anpassungen setzen viele Kliniken unter wirtschaftlichen Druck. Für den neuen Betreiber wird daher entscheidend sein, wie der Standort Friedrichshafen in die Strukturen der AMEOS Gruppe integriert und wirtschaftlich weiterentwickelt wird.




