Eifelkreis übernimmt insolventes St. Joseph-Krankenhaus Prüm

Investorenvereinbarung unterzeichnet – kommunale Übernahme soll Klinikstandort und rund 450 Arbeitsplätze sichern

Für das insolvente St. Joseph-Krankenhaus Prüm zeichnet sich eine kommunale Zukunft ab. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat eine Investorenvereinbarung zur Übernahme der Krankenhausgesellschaft unterzeichnet. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages soll der wirtschaftliche Übergang bereits zum 1. Oktober 2026 erfolgen.

Im laufenden Insolvenzverfahren des St. Joseph-Krankenhauses Prüm ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung des Klinikstandorts erfolgt. Die St. Joseph-Krankenhaus gemeinnützige GmbH, der Eifelkreis Bitburg-Prüm und Sachwalter Rechtsanwalt Jakob Joeres haben die Investorenvereinbarung für die geplante Übernahme notariell beurkunden lassen. Damit ist die vertragliche Grundlage geschaffen, um die Krankenhausgesellschaft im Zuge des Insolvenzverfahrens in kommunale Trägerschaft zu überführen. Ziel des Eifelkreises ist es, den Krankenhausbetrieb und damit die stationäre Grundversorgung in der Region langfristig zu erhalten.

Kreistag muss Übernahme noch zustimmen

Das St. Joseph-Krankenhaus verfügt über 150 Planbetten und ist als Krankenhaus der Grundversorgung in den Krankenhausplan Rheinland-Pfalz aufgenommen. Rund 450 Beschäftigte arbeiten am Standort.

Der Eifelkreis begründet sein Engagement insbesondere mit der Bedeutung des Krankenhauses für die regionale Daseinsvorsorge. „Der Erhalt des Standortes ist für den Eifelkreis von enormer Bedeutung“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Michael Ludwig. Mit der Übernahme solle eine langfristige Perspektive für die Klinik und die stationäre Versorgung der Bevölkerung geschaffen werden.

Endgültig beschlossen ist der Trägerwechsel allerdings noch nicht. Die Investorenvereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kreistages am 7. September 2026. Bei einem positiven Beschluss ist der wirtschaftliche Übergang zum 1. Oktober vorgesehen.

Nach Angaben des Eifelkreises sollen durch die Vereinbarung auch die bestehenden Arbeitsplätze gesichert werden. Ein detaillierter Wirtschafts- und Finanzplan für die künftige Entwicklung des Krankenhauses soll im Herbst erarbeitet werden.

Land unterstützt kommunale Lösung in Prüm

Der Übernahmeprozess wurde seit November 2025 vorbereitet. Beteiligt waren neben den Kreisgremien und der Kreisverwaltung unter anderem die Kanzlei Heuking sowie die Managementberatung Borchers & Kollegen. Unterstützung erhält die geplante kommunale Übernahme auch von der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Gesundheitsminister Clemens Hoch bezeichnete die Entwicklung als wichtigen Schritt für die Sicherung der Gesundheitsversorgung im Eifelkreis. Der Standort Prüm sei für die Versorgung der Region von zentraler Bedeutung.

Das Land werde auch weiterhin an der Seite des Eifelkreises stehen, kündigte Hoch an.

Mit der Investorenvereinbarung konkretisiert sich damit die bereits diskutierte kommunale Lösung für das wirtschaftlich angeschlagene Krankenhaus. Für den Eifelkreis bedeutet die geplante Übernahme zugleich, künftig unmittelbar unternehmerische Verantwortung für einen stationären Versorgungsstandort zu übernehmen. Wie hoch der künftige Finanzierungsbedarf ausfallen wird und welche wirtschaftlichen Maßnahmen für eine dauerhafte Stabilisierung erforderlich sind, dürfte insbesondere der angekündigte Wirtschafts- und Finanzplan zeigen.