Mühlenkreiskliniken führen Vollscreening auf MRGN ein

Neuer Hygienestandard untersucht alle stationären Patienten auf multiresistente Erreger

Wie die Mühlenkreiskliniken mitteilen, werden ab sofort alle stationären Patientinnen und Patienten bei der Aufnahme auf multiresistente MRGN-Erreger untersucht. Mit dem erweiterten Vollscreening wollen die Mühlenkreiskliniken Besiedlungen frühzeitig erkennen, Hygienemaßnahmen schneller einleiten und die Patientensicherheit weiter erhöhen.

Die Maßnahme erweitert das bisher etablierte MRSA-Screening und soll den steigenden Herausforderungen durch multiresistente Erreger im Gesundheitswesen begegnen.

Erweiterung des Hygienekonzepts auf MRGN-Erreger

Die Mühlenkreiskliniken bauen ihr bestehendes Hygienekonzept aus und führen ein umfassendes Screening auf multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) ein. Während bislang insbesondere Risikopatientinnen und -patienten untersucht wurden, erfolgt die Testung künftig bei allen stationären Aufnahmen.

MRGN-Erreger umfassen unter anderem Darmbakterien wie Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae, die gegen mehrere wichtige Antibiotikagruppen resistent sind. Sie können bei gesunden Menschen häufig unbemerkt vorkommen, stellen jedoch insbesondere für immungeschwächte Patientinnen und Patienten ein erhebliches Risiko dar.

„Das MRSA-Screening ist eine Erfolgsgeschichte der modernen Krankenhaushygiene“, erklärt Dr. Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken. Durch konsequente Teststrategien, Hygienemaßnahmen und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen seien Übertragungen deutlich reduziert worden.

Mit dem MRGN-Screening werde nun ein weiterer Schritt unternommen, um den veränderten Anforderungen durch resistente Erreger gerecht zu werden.

Frühzeitige Erkennung verbessert Patientensicherheit

Die Ergebnisse des Screenings ermöglichen es den Behandlungsteams, notwendige Schutzmaßnahmen unmittelbar einzuleiten. Dazu gehören beispielsweise angepasste Hygienemaßnahmen und eine gezieltere Auswahl von Antibiotikatherapien.

Für das Krankenhausmanagement gewinnt der Umgang mit multiresistenten Erregern zunehmend an Bedeutung. Neben medizinischen Risiken entstehen durch Infektionen auch zusätzliche Belastungen für Versorgungsabläufe, Personalressourcen und Behandlungskosten.

Dr. Witte weist darauf hin, dass resistente Erreger nicht ausschließlich im Krankenhaus entstehen. „Diese Keime sind keine Krankenhauskeime – wie sie oft genannt werden. Resistente Keime kommen überall vor. Im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen treffen die Erreger aber auf immungeschwächte Personen und können deshalb schwere Erkrankungen verursachen.“

Die Mühlenkreiskliniken setzen daher neben Screeningmaßnahmen auch auf Prävention und Aufklärung. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Händehygiene. Besucherinnen und Besucher werden aufgefordert, die vorhandenen Desinfektionsspender an Eingängen und Stationen konsequent zu nutzen.

Hygiene als zentraler Bestandteil der Versorgungsqualität

Die Erweiterung des Screenings ist nach Angaben der Mühlenkreiskliniken Bestandteil einer langfristigen Strategie zur Verbesserung der Patientensicherheit. Der Klinikverbund verfügt über ein eigenes Institut für Krankenhaushygiene, spezialisierte Hygienefachkräfte, regelmäßige Mitarbeiterschulungen sowie ein kontinuierliches Monitoring von Infektionen und resistenten Erregern.

Dr. Ansgar Hörtemöller, Geschäftsführender Direktor der somatischen Standorte der Mühlenkreiskliniken, bewertet die Einführung als wichtigen Bestandteil moderner Medizin: „Patientensicherheit hat für uns höchste Priorität. Die Erweiterung des Screenings ist eine Investition in moderne Prävention und in eine hochwertige medizinische Versorgung.“

Mit dem flächendeckenden MRGN-Screening gehören die Mühlenkreiskliniken nach eigenen Angaben zu den Vorreitern bei der systematischen Erkennung multiresistenter Erreger. Ziel bleibt es, Infektionen zu verhindern und die Weiterverbreitung resistenter Keime innerhalb der Kliniken zu reduzieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert