Lüdenscheid: Unbekannte entführt Neugeborenes aus Patientenzimmer

Frau gab sich mit hellblauem Kittel als Klinikmitarbeiterin aus – Säugling wohlauf im Parkhaus aufgefunden – Polizei fahndet

In Lüdenscheid ist es am Samstagabend zu einer Kindesentziehung aus einer Klinik gekommen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf die polizeilichen Ermittlungsbehörden berichtet, hat eine bislang unbekannte Frau einen sieben Tage alten Säugling aus einem Patientenzimmer entwendet. Um Zugang zu dem Neugeborenen zu erhalten, nutzte die mutmaßliche Täterin eine Täuschung: Sie trug einen hellblauen Kittel und gab sich gegenüber den Anwesenden fälschlicherweise als Mitarbeiterin des Krankenhauses aus. Der Vorfall löste umgehend einen Großeinsatz aus. Kurz nach Beginn der Fahndungsmaßnahmen wurde das Baby im Nebenraum eines nahegelegenen Parkhauses aufgefunden. Ein Rettungswagen transportierte den Säugling zurück in die Klinik…

Für das Management müssen solche Ereignisse der Anlass sein, die bestehenden Sicherheitsarchitekturen auf den Prüfstand zu stellen. Reine Vertrauenskultur reicht in sensiblen Bereichen wie der Neonatologie oder der Wochenstation nicht mehr aus. Technische und organisatorische Barrieren sind unumgänglich: Dazu gehören konsequente elektronische Zutrittskontrollen via Transponder (insbesondere in den Abend- und Nachtstunden), die Verpflichtung zum sichtbaren Tragen von fälschungssicheren Dienstausweisen mit Lichtbild für das gesamte Personal sowie eine verstärkte Videoüberwachung der Zu- und Ausgänge. Auch der Einsatz von sogenannten „Baby-Abdriftsicherungen“ (elektronische RFID-Füßlinge für Neugeborene, die bei unbefugtem Verlassen der Station einen Alarm auslösen) wird im Rahmen von Neubauten und Sanierungen zunehmend zum Standard.

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